Patrizierkrone

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Patrizierkrone
Rangkronen-Fig. 40.png
Kronenform nach Ströhl (1899)[1], Oswald (1984)[2] und Volborth (1992)[3]
(neuerer Aufriss, David Liuzzo, 2009)

Die Patrizierkrone (veraltet Patricierkrone; italienisch corona patrizia; englisch patrician crown) ist in der italienischen Heraldik ein Prachtstück beziehungsweise der Funktion nach eine Rangkrone, die spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Patrizierfamilien aus italienischen Stadtstaaten teilweise als Kennzeichen ihres Standes verwendeten.

Bei den „Patriziern/Geschlechtern“ der freien Reichsstädte des deutschsprachigen Kulturraums des Heiligen Römischen Reiches waren entsprechende Insignien nicht gebräuchlich.

Darstellung

Varianten
(vorwiegend im Königreich Italien, 1861–1946W-Logo.png)
 
Einfachste Patrizierkronenform
 
Kronenform für den Adelstitel Patrizier
 
Patrizierkronenform im altmodischen Stil

Patrizierkronen erscheinen nicht einheitlich:

  • In ihrer einfachsten Form wird die Patrizierkrone als brünierter oder guillochierter, mit Edelsteinen besetzter, an den Rändern geschnürter Kronreif dargestellt.
  • In einer alten Form erscheint sie mit vier Blattzinken („Fleurons“W-Logo.png, drei davon sichtbar) im Wechsel mit vier Perlen (zwei davon sichtbar).
  • Da die zuvor genannte Form der Patrizierkrone der alten Form einer Marquiskrone ähnelt, wurde erstere heraldisch durch eine goldene Krone ersetzt, die vier „Speerspitzen“ trägt (drei davon sichtbar), die sich mit vier kleinen Perlenzinken abwechseln (zwei davon sichtbar). Bevorzugt wird diese Form in Wappen in Gold dargestellt. In der Rezeption durch die deutschprachige Heraldikliteratur des 19./20. Jahrhunderts wird diese Kronenform gewöhnlich wie folgt beschrieben:

„Die Patricierkrone () Die Krone, mit welcher die Patricierwappen gekrönt zu werden pflegen, das heißt eine Helmkrone, welche durch den allgemeinen Gebrauch zur Krönung von Wappen sich eingebürgert hat, besteht aus einem Reifen mit drei spatenförmigen Blättern, zwischen denen je eine Perlenzinke.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[4]

„Patricierkrone in Italien. Der Stirnreif trägt drei spatenförmige Zinken, zwischen denen je eine Perlzinke erscheint.“

„Patrizierkrone (besteht) aus einem Stirnreif mit drei spatenförmigen Zinken, dazwischen je eine Perlzinke (..)“

Gert Oswald (1984)[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Hugo Gerard Ströhl: Heraldischer Atlas. Stuttgart, 1899. Tafel XVI. Abbildung 40
  2. 2,0 2,1 Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1984, ISBN 3-411-02149-7, S. 300, 319–322 (Digitalisat [abgerufen am 29. Februar 2020] Abbildung Nr. 46).
  3. Carl Alexander von Volborth: Heraldik. Eine Einführung in die Welt der Wappen. 2. durchgesehen Auflage. Belser AG für Verlagsgeschäfte & Co. KG, Stuttgart, Zürich 1992, ISBN 3-7630-2092-6, S. 74.
  4. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889/1890. S. 178. Reprint on Demand. Universtitäts- und Landesbibliothek Tirol. 2009. ISBN 3-226-00671-1.