Zackenkrone

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Zackenkrone
 
mit sieben sichtbaren Zacken (1899, Figur 53; nach Hugo Gerard Ströhl)
 
mit fünf sichtbaren Zacken (1889, nach Siebmacher)

Die Zackenkrone (auch antike Krone, altväter[r]ische Krone, „alte kaiserliche Krone“, David[s]krone, Heidenkrone, heidnische Krone, östliche Krone, Strahlenkrone, Spitzenkrone, spitzgezackte Krone, Zinkenkrone oder ähnlich genannt; französisch couronne orientale, couronne à l'antique, couronne radiée oder ähnlich; englisch eastern crown, antique crown, radiant crown oder ähnlich; lateinisch corona antiquo more) ist

  • nach Duden (2018) eine „Krone mit hohen dreieckigen Zacken (besonders als Bekrönung von Wappen)“[1]
  • in der Heraldik eine gemeine Figur beziehungsweise eine besondere Kronenform, die in Varianten vorkommt und nicht einheitlich aufgerissen wird. Sie erscheint nicht nur im Wappenschild, sondern auch im Oberwappen. Ihre Besonderheit wird manchmal auf dem Weg der Verneinung bestimmt (via negationis: „kein Blattornament“, ohne „Kronbügel“, „keine Perlenverzierung“ et cetera). Beispielsweise ist nach dem Brockhaus Konversationslexikon (1894-1896) die Zacken-/Heidenkrone in der Heraldik „eine altertümliche Kronenform, bei der dem Kronenreif unmittelbar eine Anzahl hoher, weder durch Laubornament verzierter, noch mit Perlen besetzter Zacken aufgesetzt sind.“[2]

Wortgeschichte

Der Ausdruck „antike Krone“

Der Ausdruck antike Krone (französisch couronne à l'antique) wurde vermutlich aus der französischen Sprache in die deutschsprachige heraldische Terminologie übernommen. Französischsprachige Heraldiker wie Père Anselme und Claude-François Ménestrier verwenden ihn im 17. Jahrhundert zur Beschreibung einer speziellen heraldischen Kronenform in ihren Werken. Unklar ist, ob sie sich an frühere Autoren wie beispielsweise den spanischen Orientalisten Benedictus Arias MontanusW-Logo.png anlehnen, der 1599 in seinem Werk Commentaria in Isaiae prophetae sermones den lateinischen Ausdruck corona, antiquo more verwendete. Querfurt, ein deutschsprachiger Autor des 19. Jahrhunderts hält den Ausdruck zur Beschreibung einer Kronenform -- ohne Angabe von Gründen -- für nicht „gerechtfertigt“, empfiehlt aber einen historisch-pragmatischen Umgang mit ihm:

Antique Krone wird als, wenn auch jetzt nicht eben sehr gerechtfertigte, doch allgemein angenommene und darum (wie so manches Andere) beizubehaltende Bezeichnung für eine gewisse Art von Kronen mit langen spitzen Zacken gebraucht, welche mitunter statt der Kleinodhelme oder auch im Schilde selbst angewendet werden (..)“

Curt Oswalt Edler von Querfurt (1872)[3]

Der Ausdruck „Zackenkrone“

Der Ausdruck Zackenkrone ist im deutschsprachigen Wappenwesen spätestens Ende des 17. Jahrhunderts gebräuchlich. Georg Wilhelm Kühnen übersetzt 1694 beispielsweise den französischen Ausdruck couronne à l'antique ins Deutsche mit „Zacken-Crone“ (wörtlich eigentlich: ‚antike Krone‘; den Ausdruck verwendete Claude-François Ménestrier in seinem Werk La Nouvelle méthode raisonnée du blason bei der Beschreibung des Wappens Biscia à Rome).[4]

Der Ausdruck „Heidenkrone“

Wann der Ausdruck „Heidenkrone“ Eingang in die heraldische Terminologie fand, ist unklar beziehungsweise nicht ausreichend erforscht. In der Form „der Heiden Krone“ ist der Ausdruck bereits gebräuchlich, als es eine Fachsprache der Heraldik nicht gibt. Beispielsweise findet er sich in dem Werk Arabel des Ulrich von dem TürlinW-Logo.png aus dem 13. Jahrhundert (ob sie gelazzen het der heiden krone -- Arabel, 210, 14-23). Allerdings bezeichnet er damals keine besonders gestaltete Krone (zum Beispiel mit hohen dreieckigen Zacken), sondern wurde allgemein und unspezifisch für Kronen verwendet, die beispielsweise Personen mit islamischer beziehungsweise nicht christlicher Religion trugen. Spätestens im 16. Jahrhundert sind Ausdrücke wie „haidnische Cron“, „heidnische Kron“, „Cron, spizig und auf die heidnische Manier“ etc. zur Beschreibung besonderer Kronen in Wappenbriefen nachweisbar, die beispielsweise durch die Kaiser Karl V., Rudolf II. oder Ferdinand II. verliehen wurden.[5] Und spätestens ab dem 18. Jahrhundert findet der Begriff „Heidenkrone“ auch Eingang in heraldische Theorie. Zum Beispiel bezeichnet 1788 Christian Friedrich August von Meding eine Krone mit fünf Zinken als „Heidenkrone“, die ein Mohrfigur im Oberwappen der Schwartz von Obersdorff auf dem Haupt trägt.[6]. Im 19. Jahrhundert ist der Ausdruck in der heraldischen Literatur fest etabliert (vlg. von Wölckern, 1827[7]; Ernst Heinrich Kneschke, 1854[8]; Gritzner, 1889[9]; Brockhaus, 1894/96[2] und andere). Es fehlt in dieser Zeit nicht an mehr oder weniger unsinnigen Spekulationen, warum eine „Zacken-“ beziehungsweise eine „antike Krone“ im Wappenwesen auch „Heidenkrone“ oder „heidnische Krone“ genannt wird. Beispielsweise gehen die Autoren des Brockhaus davon aus, dass es eine „heidnische Periode“ gab und dass irgendwelche „älteren Heraldiker“ dazu die „heidnische Krone“ (= „Zackenkrone“) erfanden:

„(..) Heidn. Krone heißt sie, weil ältere Heraldiker die fabelhaften Geschlechtsregister einzelner Familien bis in die vorchristl. und vorheraldische Zeit mit erdichteten Wappen belegten und für die heidn. Periode die »Zackenkrone« erfanden.“

Brockhaus` Konversationslexikon (1894-1896)[2]

Maximilian Gritzner mutmaßt dagegen, dass man die Bezeichnung „Heidenkrone“ einführte, um auf die Weisen aus dem MorgenlandW-Logo.png zu referenzieren:

Zackenkrone (Tafel 30. Figur 95.): heisst die hier abgebildete; dieselbe kommt auch oft vor unter dem Namen „heidnische Krone“, vermutlich weil die bekannten Weisen aus dem Morgenlande gewöhnlich als mit solchen gekrönt abgebildet werden.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[9]

Gritzners Annahme scheint eher ironisch als ernst gemeint zu sein. Tatsächlich repräsentieren die drei Weisen aus dem Morgenland in allgemeiner Auffassung der theologischen Exegese die Welt der Heiden; in der bildenden Kunst hält sich jedoch Anzahl an Abbildungen von den drei Weisen mit Zackenkronen in Grenzen, wohingegen zahlreiche Abbildungen existieren, wo diese keine oder völlig andere (morgenländische) Kopfbedeckungen tragen. Wenn es einen Zusammenhang zwischen den überlieferten Darstellungen der drei Weisen aus dem Morgenland und dem heraldischen Fachausdruck „Heidenkrone“ gäbe, wären die Namen andere Kopfbedeckungen bei Wappenbeschreibungen wesentlich plausibler gewesen.

Notabene: Der Ausdruck „Heidenkrone“ ist eine Wortbildung des deutschsprachigen Kulturraums; er hat keine Entsprechungen in andersprachigen Wappenkulturräumen (mit einer Ausnahme: in der tschechisch-heraldischen Fachterminologie gibt es die Ausdrücke hrotová koruna für ‚Spitzen-/Zackenkrone‘ und pohanská koruna für ‚Heidenkrone‘).

Der Ausdruck „Davidskrone“

Mit dem Ausdruck „David(s)krone“ wollen manche heraldische Autoren des 19. und des 20. Jahrhunderts die Zackenkronenfigur angesprochen wissen (darunter Gritzner, Ströhl, Oswald). Tatsächlich existieren in der bildenden Kunst zahlreiche Darstelllungen des imaginären DavidW-Logo.png, die den König von Juda mit einer Zackenkrone zeigen. Allein, sie sind alle nur Phantasiegebilde, die lange nach dem Wirken (um 1000 v. Chr.) des vorgeblichen David entstanden sind. Unerwiesen ist, ob David wirklich existierte und ob er jemals eine „Krone“ trug. Es ist völlig unklar, wie so ein „Kronenluftschloss“ in einem Wappen zu gestalten wäre (es gibt zahllose Darstellungen, wo David keine Zackenkrone, sondern eine gänzlich andere „Krone“ trägt oder ohne Kopfbedeckung erscheint). Daher eignet sich der Ausdruck „Davidskrone“ grundsätzlich nicht zur Beschreibung einer Wappenfigur.

Notabene: Der Ausdruck „Davidskrone“ ist eine Wortbildung des deutschsprachigen Kulturraums; er hat keine Entsprechungen in andersprachigen Wappenkulturräumen.

Darstellung

Die Darstellungsweise einer heraldischen Zacken-/Strahlenkronenfigur ist nicht einheitlich geregelt beziehungsweise nicht wohldefiniert. Sowohl die Anzahl als auch die Form der Zacken/Zinken/Strahlen einer Zackenkrone variieren.

Die einzelnen Zacken/Zinken/Strahlen sind teils zahnschnittartig geformt (mit kleinen, gleichförmigen, breit dreieckig zulaufenden „Zacken“ mit Winkeln von ca. 45°), teils spickelschnittartig (mit gleichförmigen, dreieckigen „Spickeln“ mit Winkeln von ca. 60°), teils aber auch spitzenschnittartig (mit gleichförmigen, spitz zulaufenden, dreieckigen „Spitzen“ mit Winkeln von ca. 75° oder mehr). Einerseits werden die Zacken/Strahlen/Zinken eher geometrisch mit geraden Linien aufgerissen, andererseits erscheinen sie leicht bogenförmig ausgezogen. Manchmal sind sie nicht dreieckig, sondern wie schmal-längliche beziehungsweise dornenartige „Strahlen“ gestaltet. Teilweise sind in der heraldischen Darstellung alle Zacken der Krone ganz zu sehen, teilweise sind nur die inneren ganz aufgerissen, die beiden äußeren dagegen nur halb.

Gewöhnlich sind die Spitzen der Zacken/Strahlen nicht geschmückt; wenn sie mit kleinen Perlen besetzt sein sollen, wie es in der bildenden Kunst zuweilen bei einer Zacken-/Strahlenkrone der Fall ist, ist dies in einer Wappenbeschreibung anzuzeigen. Im Normalfall erscheint eine heraldische Zackenkrone überdies ohne Bügel und ohne eine niedere (rote/purpurne) Mütze. Auch diese sollten gemeldet werden, wenn sie für die eindeutige Darstellung eines Wappens relevant sind.

Heraldische Autoren definieren den Gegenstand und die Darstellung einer Zackenkrone oft in einem engen Sinn, geben die Anzahl der Zacken („fünf“, „sechs oder mehr“, „acht“, „zwölf“), die Farbe des Kronreifs (ein „Goldreif“), die Art („Helmkrone, keine Rangkrone“) oder ähnliches vor. Je nach Autor ist der Kronreif einer Zackenkrone beispielsweise mit fünf bis zwölf Zacken/Zinken/Strahlen besetzt, wobei die sichtbaren/unsichtbaren Zacken teilweise vorgegeben werden:

Jahr Zacken
gesamt | sichtbar
Zitat Muster
1872 5
7
9
keine
Angabe

„Figur 7. stellt eine solche »antique Krone«  und zwar fünfzinkig vor (..) Die Ritter von Enis führten sie siebenzinking (..) sie kommt auch neunzinkig vor, worauf jedoch nichts ankommt, da es sich hier nur um ein Phantasiestück handelt.“

Curt Oswalt Edler von Querfurt (1872)[3]
neunzinkig (Phantasiestück nach Querfurt)
1898 8 5

„Die (Strahlen)Krone besteht aus einem Reif, der oben mit spitzen Zinken besteckt ist; die Normalzahl der letztern beträgt in der Kaiserzeit acht, was für die Profilsicht fünf ergibt. (..)“

Heraldic eastern crown.svg
Eastern Crown 2.svg
1889
1899
1984
12 7

„(Zacken- oder Strahlenkrone): (..) Der Strahlen waren 12 in der Rundung (sichtber 7)“

Siebmacher/Gritzner (1889)[9]

„Die Zackenkrone (Fig. 53), auch antike oder Heidenkrone, Davidskrone genannt, zeigt einen Stirnreif mit 12 Zinken in der Runde von denen sieben sichtbar sind (..)“

„Zackenkrone (..) : Stirnreif mit zwölf Zinken, von denen sieben sichtbar sind (..)“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[12]
Eastern Crown (Heraldry).svg

Eastern Crown.svg
1986 5+ keine
Angabe

„(Die Heiden-/Zackenkrone) besteht aus dem Kronreif, der mit mehreren, im allgemeinen fünf, nach oben spitz zulaufenden Zinken versehen ist.“

2004­-
2018
6+ keine
Angabe

„Als Heidenkrone oder heidnische Krone (= „Zackenkrone“ - Anmerkung der Redaktion) wird eine Krone bezeichnet, die aus einem Goldreif besteht, der sechs oder mehr dreieckige Zacken trägt, die also oben lauter gleiche Spitzen als Zinken trägt.“

Bernhard Peter (2004, 2010, 2017, 2018)[14]

Anwendungen der Zackenkrone

Zackenkronen werden im Wappenwesen unterschiedlich angewendet, zum Beispiel:

  • als gemeine Figur im Wappenschild (teils als Haupt-, überwiegend aber als Nebenfigur und evtl. gestalterisch wiederholt, als ebensolches Motiv im Oberwappen)
  • als Vermittlungselement zwischen Wappenhelm und Helmkleinod, in diesem Fall also in der gleichen Funktion wie ein Helmwulst oder eine gewöhnliche Helmkrone mit Fleuron (Laubkrone); wobei es Wappenaufrisse gibt, wo die Zackenkrone einen Helmwulst (bzw. eine Helmkrone mit Fleuron) ersetzt, aber auch welche, wo einen Zackenkrone zusammen mit einem Helmwulst erscheint und auf diesem aufsitzt.
  • als Ersatz für Helm und Helmzier, also allein, nur mit dem Wappenschild und auf dessen oberen Schildrand ruhend; diese Art der Darstellung entspricht jener von Rang- und Adelskronen, die ca. seit dem 16. Jahrhundert „immer nur mit dem Wappenschild allein und auf den Schildrand gesetzt“ dargestellt werden.[14]

Die letztgenannte Anwendung, eine Zackenkrone auf einem Wappenschild ruhen zu lassen, ist mehrfach nachweisbar, zum Beispiel im Wappen von Illyrien, San Marino, Dalmatien (nach Meyers Konversationslexikon) sowie im Wappen derer von Albon, prince d'Yvetot, de Taxis, Thurn und Taxis und im Wappen der Großherzöge der Toskana (siehe weiter unten, Abschnitt Referenzwappen mit Zackenkronen):

„(..) Im mittleren Staatswappen von Oesterreich (gemeint ist das Wappen Österreichs von 1867–1915 - Anmerkung der Redaktion) ruht diese Krone auf dem Schilde des Königreichs Illyrien. Im Wappen von San Marino erscheint eine Zackenkrone als Stirnreif der Bügelkrone.“

Der Heraldiker Bernhard Peter stellt 2004-2018 die These vor, dass es sich bei der Heidnischen Krone (= „Zackenkrone“) um „eine besondere Form der Helmkrone“ handelt, die von einer Rangkrone zu unterscheiden ist:

„Heidnische Krone: (..) Ihrem Wesen nach handelt es sich um eine besondere Form der Helmkrone, nicht um eine Rangkrone.“

Bernhard Peter (2004-2018)[14]

Die vielen angeführten Wappenbeispiele des vorliegenden Beitrags mit Zackenkronen belegen jedoch, dass Zackenkronen nicht in erster Linie dazu dienten, wie eine Helmkrone ein vermittelndes Glied zwischen Helm und Kleinod zu sein, sondern dass diese Form der Anwendung eine unter mehreren war und ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie etwa hundert Jahre vor Bernhard Arthur Charles Fox-Davies die Frage „Ist eine Zackenkrone eine Helm- oder eine Rangkrone?“ für den Wappenkulturraum der Britischen Inseln beantwortet. Seiner Meinung nach kam die „östliche Krone“ vor dem 20. Jahrhundert im Wappenwesen ohne Einschränkung zur Anwendung, dass sie aber danach und unter bestimmten Voraussetzungen die Funktion einer Rangkrone besitzt (z. B. im Falle einer Wappenbesserung für Dienste im Osten):

„The Eastern Coronet (..) Formerly it was granted without restriction, but now, as has been already stated, it is reserved for those of high rank who have served in India or the East.“

„Die Östliche Krone (gemeint ist die „Zackenkrone“ -- Anmerkung der Redaktion) (..) Früher wurde sie ohne Einschränkung gewährt, aber jetzt ist sie, wie bereits gesagt wurde, denjenigen von hohem Rang vorbehalten, die in Indien oder im Osten gedient haben.“

Zackenförmige Kopfinsignien als Nebenfigur

nach 1597: Mann mit Zackenkrone, um den Eindruck = „König“ nahezulegen (Wappen Jacob Schweikher; nach dem Wappenbuch der Holzpfalzgrafen, Cod. Sal. IX,58)
nach 1597: Mohrenfigur mit Zackenkrone (nach dem Wappenbuch der Holzpfalzgrafen, Cod. Sal. IX,58)

In der heraldischen Vereinfachung besitzt die Darstellung einer Zackenkrone einen hohen Wiedererkennungswert. Dementsprechend ist das Motiv manchmal als für sich stehende Nebenfigur gebräuchlich oder um eine andere Hauptfigur auszuzeichnen, beispielsweise um eine einfache Mannfigur als „König/Kaiser“ oder als „Gottheit“ darzustellen. Auch Wappentiere (wie beispielsweise die Schlange, der Löwe und andere) sind zuweilen mit einer Zackenkrone gekrönt.

Zackenkronen schmücken gelegentlich auch Mohrenfiguren.

Geschichte (innerhalb der Heraldik)

ca. 973-983: Kaiser Otto II. mit Zacken-/Strah­len­krone (Siegel nach Karl Ludwig WeisserW-Logo.png, 1890)
Dreizinkige Zacken­krone im Wappen­siegel von Håkon V. (1270-1319)

Haakon Magnussens segl-013.jpg

Wann das erste Mal eine Zackenkrone im Wappenwesen erscheint, ist unklar beziehungsweise nicht ausreichend erforscht. Warum sie neben vielen anderen heraldischen Kronen­dar­stel­lun­gen im Wappenwesen bis heute anzutreffen ist, ist dagegen leichter zu beantworten: Als symmetrisch wirkende, einfach gestaltete Krone mit hohem Wieder­erken­nungs­wert ist sie zuweilen der ästhetischen Gesamtharmonie eines Wappens förderlicher als beispielsweise eine unsymmetrische oder überreich verzierte andere Kopfbedeckung. Selbst bei einer stark verkleinerten Darstellung bleibt eine Zackenkrone noch relativ gut erkennbar. Beispielsweise trägt der Löwe im Wappensiegel von König Håkon V.W-Logo.png (1270-1319) eine dreizinkige Zackenkrone, die, obwohl winzig, doch so deutlich dargestellt ist, dass der Betrachter weiß, was er vor seinen Augen hat. Die in diesem Siegel gezeigte Zackenkrone ist eine frühe Darstellung in Zusammenhang mit einem Wappen. Generell ist festzustellen, dass sich Zackenkronen im Siegelwesen weitaus früher etabliert haben als im Wappenwesen. Beispielsweise erscheint eine Zacken-/Strahlenkrone schon zwischen 973 und 983 im Siegel von Otto II. als das Wappenwesen noch keine eigenständige Kulturart war.

Idee 002.png
Heraldik-Wiki-These
Wegbereiter für Zackenkronen im Wappenwesen
um 1372: Oberhalber Stern, der wie eine dreistrahlige Zackenkrone anmutet (nach Armorial Bellenville)

Im 14. Jahrhundert finden sich zackenkronenartige Gebilde als Helmschmuck in Wappen, bei deren Entwurf und Anwendung man vermutlich nicht explizit an eine „Zackenkrone“ dachte, die aber durch ihre Gestaltung möglicherweise den Weg zur Entwicklung von Zackenkronenelementen bereiteten. Beispielsweise erscheint im Armorial Bellenville aus dem 14. Jahrhundert in einem Oberwappen als teilweise Wiederholung des Schildbildes ein oberhalber Stern, der wie eine Art dreistrahlige Zackenkrone wirkt.

Auch in Conrad Grünenbergs berühmten Wappenbuch finden sie solche Elemente, mehr noch: Es liefert den Beweis, dass aus zackenartigen Teilen einer Helmzier im Laufe der Geschichte eine „richtige“ Zackenkrone wurde. Man kann den Motivwechsel am Wappen herczog von andrat in (s)pollien zeigen. In dem Berliner und der Münchner Handschrift des Wappenbuchs (beide aus dem 15. Jahrhundert) ist ein zackenartige Element im Wappen des Herzogs von Andria zweifelsfrei ein nach oben zu fünf dreieckigen Zacken geschnittener Stulp aus Hermelin von einem schrägrechts gerauteten Spitzhut; in der Ortenburger Handschrift des Wappenbuchs aus dem 17. Jahrhundert erscheint dagegen kein Stulp aus Hermelin mehr; statt dessen sitzt auf dem Helm eine silberne Zackenkrone, aus der ein Spitzhut ohne Stulp (sic!) wächst.

Ernst Alfred Stückelberg wies darauf hin, dass bereits im 15. Jahrhundert „Strahlenkronen“ (= Zackenkronen) im Wappenwesen erscheinen und führt als Referenz das Werk Stemmario Trivulziano an:

„(..) Auch in der Heraldik fand die Strahlenkrone, in Deutschland unter dem Namen der «heidnischen» Krone, Eingang. Als eines der ältesten Beispiele sei hier ein Wappen des Codex 1390 in der Biblioteca Trivulziana zu Mailand wiedergegeben. Die Federzeichnung stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts; sie ist nicht vollendet, weshalb nicht ersichtlich ist, wessen Wappen sie darstellen sollte. Immerhin ist anzunehmen, dass ein Fürstentum oder Königreich (vielleicht des Orients) vorgesehen war (..)“

Interessant ist, dass im Stemmario Trivulziano aus dem 15. Jhr. ein unfertige Darstellung des Wappens des Königs von Zypern mit einer Strahlen-/Zackenkrone gezeigt wird, im Codex Seffken aus dem 14. Jhr. dagegen das Wappen des Königreichs Zypern mit einer Helmzierkonstruktion dargestellt wird, die bereits an spätere Mauerkronen (sic!) erinnert. Mit anderen Worten: Unter einem mauerartigen Vermittlungselement zwischen Wappenhelm und Helmkleinod fügten der oder die Autoren des Trivulziano-Wappenbuchs eine Strahlen-/Zackenkrone ein und setzten auf diese noch ein mauerartiges Motiv darüber!

Tatsächlich kann man spätestens in den Wappenbüchern des 16. Jahrhunderts vereinzelt Darstellungen von Strahlen-/Zackenkronen finden (vgl. zum Beispiel das Wappen Neuwdorffer im Wappenbuch von Jost Amman aus dem Jahre 1589).
– Andreas Janka (2018-2020)
(um 1450-1466; unbekanntes Wappen mit Zackenkrone; nach Stemmario Trivulziano)
1379: Mauer­kronen­ar­ti­ger Aufsatz (Königreich Zypern, nach Codex Seffken)
(um 1450-1466; Wappen König von Zypern mit Zackenkrone; nach Stemmario Trivulziano)
(1589: im Wappen die Neuwdorffer,
nach Jost Amman)
 

Referenzwappen mit Zackenkronen in der heraldischen Literatur

Otto Titan von Hefner nennt 1861 als Referenzwappen für eine „Zakenkrone“ das Wappen der Familie Malchus in Württemberg (in Blau ein goldene Zackenkrone).[16] Querfurt führt 1872 dagegen als Referenzwappen für die „antike Krone“ das Wappen der Reichsgrafen von Mettich und TschetschauBehan ZW.jpg an (die meisten Aufrisse dieses Wappens zeigen jedoch keine Zackenkrone, sondern diverse andere Kronenformen). Außerdem verweist er auf das Wappen der Ritter von Enis („die Ritter von Enis führten [die antike Krone] siebenzinkig über dem Schilde und zwar auch noch über dem Kleinode frei schwebend [!!]“).[3] Gustav Adelbert Seyler verweist im Zusammenhang mit Zackenkronen auf eine Wappenverleihung an die Familie von Seebach durch Erzherzog Ferdinand im 16. Jahrhundert:

„Neben der Laubkrone kommt namentlich die sogenannte „antike“ oder „heidnische“ Zackenkrone als Teil des Helmschmucks vor. Erzherzog Ferdinand von Österreich vergönnte s. d. Innsbruck 1. April 1593 den Vettern Johann Baptista, Hanz Fritz und Gregor von Seebach »die alten Adelichen Wappen, so das Geschlecht verschiedentlich geführt zusammensetzen. Auf dem Schild ‚drey nahe einander gestellte freye offene Adeliche und Ritterliche Turniers-Helmen, deren der mittler gantz gulden, mit einer alt-Fränkischen ... Helmdecken und darob einer Königl. Krone geziert.‘« - Die beiden anderen Helme sind silbern mit vergoldeten Bügeln und einer heidnischen Krone.“

Gustav Adelbert Seyler (1885-1890)[17]
Referenzwappen für Zackenkronen (nach Autoren des 19. Jhr.)
In Blau eine goldene Zackenkrone
(Wappen der Freiherren von Malchus)
Herzschild mit Zacken­krone (Wappen der Reichs­grafen von Mettich-Tschet­schau, Aufriss von ca. 1840)
Zacken­krone im Ober­wappen (Wappen der Freiherren Enis von Atter, Aufriss 1831-1868)
1593 (Diplom): Die äußeren Helme mit Zackenkrone (Wappen der Freiherren von Seebach, nach Tyroff, Aufriss von 1831-1868)

Im 20. Jahrhundert weisen Galbreath und Jéquier auf Wappen mit Zackenkronen hin, die im französisch- und italienischsprachigen Kulturraum geführt wurden/werden:

„Das Haus Albon als Fürsten von Yvetot und die Fürsten von Thurn und Taxis führten eine sogenannte antike oder Heidenkrone mit Zacken (..) Die Krone des Goßherzogs von Toskana ist eine antike Krone, deren mittlere Zacke durch eine gefüllte Lilie ersetzt ist (..)“

Referenzwappen für Zackenkronen (nach Autoren des 20. Jhr.)
1702: Zacken­krone auf dem Schild (Wappen Albon, prince d'Yvetot; nach Louis BoudanWp France moderne.png)
1678: Zackenkrone auf dem Schild
(Wappen de Taxis, nach Siebmacher 1887)
1671: Zacken­krone auf dem Schild
(Wappen Thurn und Taxis, nach Siebmacher 1887)
1562-1737: Zacken­krone, mit Lilien­zacke in der Mitte (Wappen des Großherzogs von Toskana)

Zackenkrone über dem Herzogshut

 
um 1365: Zackenkrone mit Kronbügel und Kreuz über einer Samtkappe (Porträt Rudolfs IV., Dommuseum WienW-Logo.png)
 
1512: Bindenschild-Wappen mit Erzherzogs (Titelseite des Privilegium maiusW-Logo.png)
1605: Wappen des Herzogtums Österreich unter und über der Ems mit Erzherzogshut
HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Erzherzogshut

Neuere Autoren verweisen darauf, dass der sogenannte Erzherzogshut, das ist eine erschlichene erzherzogliche „Zacken-Insignie“ in vielfältiger Form Eingang in die Heraldik fand (oft mit überkreuzenden Bügeln, mit Hermelinfell, welches um die Zacken der Krone gespannt ist sowie mit Samthut).

„In der Heraldik begegnet uns der Erzherzogshut ständig, er ist das typische Herrschaftszeichen des Hauses Österreich.“

Harald Huber (1990)[19]

In einem gefälschten Privilegium MaiusW-Logo.png (lat.; „großer Freiheitsbrief“), welcher im Winter 1358/59 im Auftrag des Herzogs Rudolf IV. von Österreich erstellt wurde, wurde in einer rückdatierten Falschurkunde für das 1156 verfügt, „daß der Herzog von Österreich über dem Herzogshut eine Zackenkrone (superposito ducali pileo circumdato serto pinnito) tragen sollte“.[19] Es fehlt in der Literatur nicht an Spekulationen, warum die Zackenkrone wesentlicher Bestandteil des sogenannten Erzherzogshuts wurde:

„Dazu ließ sich Rudolf wahrscheinlich von römischen Münzen inspirieren, auf denen die Imperatoren häufig mit einem Zacken-Nimbus als Symbol des Sonnegottes ausgestattet sind (daß Rudolf Beziehungen zur Antike hatte, ist schon den auf CaesarW-Logo.png und NeroW-Logo.png bezogenen Fälschungen zu entnehmen). Schrittweise baut dann Rudolf diese Krone weiter aus. Im gefälschten Privileg von 1228 räumt Heinrich VII.W-Logo.png dem österreichischen Herzog das Recht ein, auf dem Fürstenhut die Königskrone zu führen (nostre regalis corone dyadema). Damit war der Bügel gemeint, der sich über den Kronreif spannt wie bei der Reichskrone. Und das nächste Privileg, das Kaiser Friedrich II. angeblich 1245 erließ, fügt noch das Recht hinzu, auf dem königlichen Diadem ein Kreuz zu tragen. Damit war die Konstruktion des Erzherzogshuts vollendet. Ob Rudolf wirklich einen derartigen Erzherzogshut besaß und trug, ist nicht sicher. Abgebildet wurde er jedenfalls stets mit ihm (..) Die mehrfache Abbildung legt nahe, daß tatsächlich eine solche Krone existierte. Erhalten ist sie jedoch nicht (..)“

Harald Huber (1990)[19]

Geschichte außerhalb der Heraldik

Sonnensymbolische Kopfinsignien allgemein

Lange vor und nach der Früh-/Blütezeit der Heraldik erscheinen in vielen Kulturräumen/-epochen in unterschiedlichen Varianten und Zusammenhängen (in der bildenden Kunst, im Münz-/Siegelwesen etc.) Gloriolen mit und ohne Zacken/Strahlen beziehungsweise ebensolche Kopfaufsätze (eine Krone, ein Kranz, ein Diadem oder ähnliches). In der Literatur bezeichnet man diese Motive zum Beispiel als Sonnenkrone, strahlende Krone, Strahlenkrone, Strahlenkranz, Tyrannen­krone oder ähnlich; (lateinisch corona radiata; französisch couronne radiée; englisch radiant crown, radiate crown, solar crown, sun crown, tyrant's crown, eastern crown und so weiter). Die vor- und nachheraldischen zacken-/strahlen­förmigen Kopfaufsätze (ihre Bedeutungen, Ursprünge, Varianten et cetera) sind Gegenstand zahlreicher Forschungsbeiträge und wissenschaftlich-spekulativer Kontroversen.[20] Man deutet sie unter anderem als sinnbildliche Motive für die Sonne oder allgemeiner für die mit der Sonne verbundenen Kräfte, Mächte, Gottheiten, für ein patriarchalisch-solares Weltbild oder ähnliches:

„Die strahlenförmigen Zacken gemahnen an die Strahlen der Sonne, wie die gekrönten Herrscher im allgemeinen meist als Repräsentanten eines patriarchalisch-solaren Weltbildes aufzufassen sind.“

Lexikon der Symbole (1989/1994/1998)[21]

„Es sollten (mit der Zacken- oder Strahlenkrone) die damit gekrönten Herrscher symbolisch unter ihren Völkern wie die Sonne unter den übrigen Himmelskörpern, voll Licht und Glanz erscheinen. Der Strahlen waren 12 in der Rundung (sichtber 7), weil man mit Bezug auf die 12 Monate annahmm, die Sonne habe eine gleiche Anzahl.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[9]

„(..) Die 12 spitzen Zacken haben eine symbolische Bedeutung und stehen im Bezuge zu den 12 Strahlen (Monaten) der Sonne.“

Zeitlich erscheinen sonnensymbolische Kopfaufsätze im Zusammenhang mit „Sonnendienst/-theologie/-kult/-mythologie“ (Heliolatrie)[22] in Texten oder in bildlichen Darstellungen spätestens ab dem AltertumW-Logo.png, das etwa von Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. bis zum beginnenden Mittelalter ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. reicht, wobei sie teilweise ohne Strahlen oder Zacken auskommen, teilweise aber mit diesen erscheinen. In der Transformatformationszeit zwischen ca. 600 und 950 n. Chr. scheinen strahlen-/zackenförmige Kopfaufsätze bezogen auf Europa und den Mittelmeerraum nicht gebräuchlich zu sein. Danach kann man sie erst verzeinzelt, dann immer häufiger in der bildenden Kunst nachweisen.

Sonnensymbolische Kopfinsignien (scheiben-/flügelsonnenförmig)

Gottheiten oder Pharaone des Alten Ägyptens

In der Ikonographie des Alten ÄgyptensW-Logo.png erscheinen sonnensymbolische Kopfaufsätze gewöhnlich in Form einer Scheibe (AtonW-Logo.png), die als „Sonnenkrone“ betrachtet wird und von den Hörnern einen Widders, einer Kuh, einer Uräusschlange oder ähnlichem umrahmt ist. Sie werden von Gottheiten (HathorW-Logo.png, HorusW-Logo.png [in seiner Sonnen- bzw. Falkenkopfform, vgl. HarachteW-Logo.png, Re-HarachteW-Logo.png], IsisW-Logo.png, SachmetW-Logo.png und so weiter) oder von Pharonen getragen. Sonnenscheiben ergänzen im Neuen ReichW-Logo.png die Atef-KroneW-Logo.png; unter anderem wird beispielweise die unternubische Sonnengottheit MandulisW-Logo.png teilweise mit einer dreifachen Atef-Krone (Hemhem-KroneW-Logo.png) mit sechs Sonnenscheiben auf einem Widdergehörn dargestellt. Im Verlauf der Regierungszeit von EchnatonW-Logo.png wandelt sich das Bild von der Sonnnenscheibenkrone: „Aton erscheint jetzt als blanke Sonnenscheibe, von der Strahlen abgehen, die in die Form menschlicher Hände auslaufen (Strahlen-Aton).“[23]

Gottheiten des Alten Orients

Scheibenartiger Kopfschmuck scheint auch in der hethitischen MythologieW-Logo.png sinnbildlich für eine Sonnengottheit zu stehen. Beispielsweise wird die Sonnengöttin von ArinnaW-Logo.png (Ištanu) mittels einer Sonnenscheibe dargestellt; der hethitische Sonnengott des HimmelsW-Logo.png (entspricht dem hurritischen ŠimigeW-Logo.png) erscheint dagegen mit einer geflügelten Sonnenscheibe („Flügelsonne“W-Logo.png). Allerdings sind Deutungen von Sonnengottheiten von entsprechenden hethitischen Artefakten teilweise Gegenstand von kontroversen Diskussionen. Eine Flügelsonne war als Sonnensymbol im Alten Orient (Mesopotamien, Anatolien etc.) gebräuchlich (ihr Ursprung liegt im Alten Ägypten, ab der 3. Dynastie, das ist das 27. Jahrhundert vor Christus).[24] Ein Flügelsonne scheint auch für den luwischenW-Logo.png Sonnengott TiwazW-Logo.png ein charakteristisches Merkmal gewesen zu sein.

Sonnensymbolische Kopfinsignien (strahlen-/zackenförmig)

Herrscher des Alten Orients (persisch/iranisch)

Kopfinsignien (persisch/iranisch)
ca. 520-505 v. Chr.: Persische Zackenkrone (AchämenidenreichW-Logo.png, Siegeltyp I, „König mit Pfeil und Bogen“, aus der Zeit von Dareios I.W-Logo.png)
Ende 3 Jhr. n. Chr.: Münze mit dem Bildnis von Bahram I.W-Logo.png
Coin of Bahram I (cropped).jpg

Eine Zackenkrone als Kopfbedeckung erscheint auf vielen persischen/iranischen Gemmen, Münzen und im einzelnen auf Reliefs und Bildern.[25] Beispielsweise werden die persischen Großkönige Dareios I.W-Logo.png und Bahram I.W-Logo.png mit Zackenkrone dargestellt. Unklar ist, ob die persische/iranische Zackenkrone in Kombination mit anderen Elementen als ein Bestandteil persisch/iranischer Tracht anzusehen ist oder ob sie expressis verbis eine Königsinsignie darstellt.

Usil (etruskisch)

Usil (etruskisch)
ca. 500–475 v. Chr.: Etruskische Zackenaureole (UsilW-Logo en.png, Wagenbeschlag)

Usil ist in der etruskischen MythologieW-Logo.png ein Sonnengott. Ikonische Darstellungen zeigen den Sonnengott mit einer strahlen- oder zackenförmigen Kopfinsignie beziehungsweise mit einer Sonnenaureole. Usil wurde nach der Eroberung von Etrurien durch die Römer (ca. 300 bis 90 v. Chr.) weitgehend sowohl mit der griechischen Gottheit Helios als auch mit der römischen Sol synkretisiert.

Mithra (persisch/iranisch)

379 n. Chr.: persischer/iranischer Mithra (Relief zu Taq-e BostanW-Logo.png: InvestiturW-Logo.png Ardaschirs II.W-Logo.png; mit Ahura MazdaW-Logo.png und dem sassanidischenW-Logo.png iranischen Großkönig)[26]

Der Sonnengott Mithra (avestischW-Logo.png Miθra und Miθrō, altpersischW-Logo.png Miθra, mittelpersischW-Logo.png Mihr und neupersisch ‏مهر‎‎, nach DIN 31635 -- Deutsche Morgenländische GesellschaftW-Logo.png Mehr, Mihr)[27] ist nach der deutschsprachigen Wikipedia seit dem 14. Jahrhundert v. Chr. im Gebiet des späteren Perserreichs belegt.[28] Einige Autoren vermuten, dass er in der frühen Zeit weitgehend identisch mit dem altindischen (vedischen) Gott MitraW-Logo.png gewesen sei. Der persische Mithra erscheint vorgeblich etwa seit der Herrschaft der PartherW-Logo.png (zirka 3. Jahrhundert vor Christus bis 3. Jahrhundert nach Christus) als Sonnengott mit strahlen-/zackenförmiger Kopfsymbolik.[28]

Šamaš, Utu (mesopotamisch, akkadisch, babylonisch)

Sonnensymbolische Kopfinsignien finden sich auch im mesopotamischenW-Logo.png Kulturraum. Beispielsweise wird ŠamašW-Logo.png, der Sonnengott der akkadischen und babylonischen Mythologie (entspricht dem sumerischen Gott UtuW-Logo.png), teilweise mit einer strahlenförmigen Insignie rund um oder auf seinem Kopf dargestellt (vermutlich in Anlehnung an das Sonnensymbol Shamash-sun-symbol (3 rays).svg, „Stern von Šamaš“).

Helios, Hyperion, Apollon (hellenistisch)

ca. 300 v. Chr.: Helios-Porträt mit Strahlengloriole (Silbertafel aus Ai KhanoumW-Logo.png)

Helios (altgriechisch Ἥλιος Helios „Sonne“; latinisiert Helius) ist in der griechischen Mythologie ein Sonnengott. Er erscheint in der Kunst oft mit einer strahlen- oder zackenförmigen Kopfinsignie beziehungsweise mit einer Sonnenaureole. Im klassischen Griechenland (um 500 bis 336/323 v. Chr.) war Helios eine vergleichsweise unbedeutende Gottheit. „Regional-politische Bedeutung hatte der Helioskult im 4. Jahrhundert v. Chr. nur für Korinth und Rhodos.“[29] Seine Bedeutung wuchs erst in der Spätantike (ca. 284 bis 565 n. Chr.), als mit mehreren anderen Gottheiten synkretisiert wurde (beispielsweise mit Apollo, Sol, KronosW-Logo.png/SaturnW-Logo.png, Mithras, HarpokratesW-Logo.png, UsilW-Logo en.png, aber auch mit dem nicht-römischen, monotheistischen jüdisch-christlichen Gott).[30][31] Die Angleichungen von Helios an anderer Gottheiten sind in der Literatur und unter Gelehrten Gegenstand von Spekulationen und intensiver Diskussionen, mit teilweise radikal unterschiedlichen Ansichten. Neben Beschreibungen der „Verschmelzungsprozesse“, stehen Versuche, die Unterschiede zwischen den Gottheiten und deren Darstellungen herauszuarbeiten. Beispielsweise bestimmte Emilie Döring im 19. Jahrhundert die Unterschiede zwischen Helios und Apollon folgendermaßen:

„Als Sonnengott nahm Apollon die Stelle des Titanen Helios oder Hyperion ein und wird auch selbst Helios genannt. Eigentlich ist Apollon aber mehr das Lichtwesen, Helios der Lichtkörper. Helios wurde besonders auf der Insel Rhodos verehrt (..) Auf Abbildungen hat er gewöhnlich eine Zackenkrone auf dem Kopfe und ein runderes volleres Gesicht als Apollon (..)“

Emilie Döring (1876)[32]

Nach der Konstantinischen WendeW-Logo.png zum Christentum, die der römische Kaiser JulianW-Logo.png durch eine Wiederbelebung traditioneller römischer religiöser Praktiken rückgängig zu machen versuchte, wurde Helios im 4. Jahrhundert wenige Jahre eine zentrale Gottheit der Römer.

Alexander der Große, Ptolemäer

Strahlen-/zackenförmige
Kopfbedeckungen/Gloriolen

(antike MakedonenW-Logo.png, Ptolemäer)
333-330 v. Chr.: Münze von Alexander, König von EpeirosW-Logo.png
ca. 217 v. Chr. Ptolemaios III.W-Logo.png, GoldoktadrachmonW-Logo.png, aus­ge­ge­ben von Ptolemaios IV. Philopator I.W-Logo.png zu Ehren seines Vaters, dessen Bildnis als Garant für die Integrität der Währung stand.
PtolemyIV.jpg
204-203 v. Chr.: Ptolemaios V.W-Logo.png mit einer strahlenden Krone (Oktodrachmen-Goldmünze; in Alexandria geprägt)
Egitto tolemaico, tolomeo V, octodracma di alessandria, 204-203 ac ca.JPG
138/137 v. Chr.: Porträt von Ptolemaios VIII.W-Logo.png (Diadrachme)
Ptolemy VIII.jpg
Alexander der Große mit Zackenkrone, Uräusschlange (aus Unterägypten, Sammlung Fouquet)
Alexander der Große mit Strahlenkrone 01.jpg
1. Jhr.: Alexander der Große mit Strahlenkranz und Uräusschlange (Bronzestatue aus BoscorealeW-Logo.png)
Roman - Alexander Helios - Walters 542290.jpg

Die Lebenszeit Alexander des GroßenW-Logo.png stellt für die Geschichte der strahlen-/zackenförmigen sonnensymbolischen Kopfinsignien gewissermaßen eine Zäsur da. Kann man vor Alexander dem Großen die unterschiedlichen sonnensymbolischen Kopfaufsätze und deren Wechselbeziehungen noch einigermaßen regional oder zeitgeschichtlich eingrenzen, wird es nach dem Alexanderzug, nach dem Einmarsch in Ägypten und nach der Eroberung des Achämenidenreichs bis an den indischen Subkontinent schwierig. Wegen der dürftigen Qellenlage ist nur schwer oder gar nicht bestimmbar, ob Alexander selber jemals eine Zacken-/Strahlenkrone trug. Nach Eduard NeufferW-Logo.png scheint Alexander beispielsweise „den gesamten Apparat der persischen Königsrepräsentation übernommen zu haben“, aber ob er „je die persische Zackenkrone getragen hat, muß dahingestellt bleiben“.[29] Die Darstellung des Kopfes seines Onkels, Alexander I.W-Logo.png, dem Molosser, König von Epeiros mit sonnensymbolischen Elementen auf Münzen könnte ihn angesprochen haben. Unklar ist aber, ob und welchen Einfluss der spezifische Kopfinsignien-Gebrauch eines durch Alexander beherrschten Kulturraums auf jenen eines anderen eroberten Kulturraums hatte. Geht man in einem Gedankspiel einmal davon, dass Alexander der Große tatsächlich sonnensymbolische Kopfinsignien hier und dort trug oder deren Gebrauch in der einen oder anderen Art förderte, bleibt es kompliziert, ob er diese nach persischer, ägyptischer, makedonischer oder einer anderen Kulturgestalt beziehungsweise in einer Mehrfachgestalt als Mittel seiner königlichen Repräsentation nutzte oder anempfahl. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kann man sagen, dass beispielsweise eine Angleichung von Alexander an Helios erst nach seinem Tode erfolgte und „keine eigentlich politische Tendenz mehr besaß“.[29] Zwei Artefakte aus Unterägypten und aus Boscoreale, die Jahrhunderte nach Alexander hergestellt wurden und ihn mit Strahlen-/Zackenkrone und Uräusschlange als eine Heliosapotheose zeigen, können möglicherweise als eine griechische Version der Ammonapotheose aufgefaßt werden.[29] Nach Stückelberger übertrugen die PtolemäerW-Logo.png, die in der Nachfolge Alexanders des Großen fast 300 Jahre lang über Ägypten herrschten, womöglich in ähnlicher Weise ihre vorgebliche göttliche Abstammung vom altägyptischen Sonnegott Ra auf den griechischen Gott HeliosW-Logo.png -- und eine entsprechende Ikonografie (Strahlenkrone mit mindestens zwölf Strahlen) gleich mit.[33]

Artemis (griechisch-römisch)

1. Jhr. n. Chr.: Artemis mit Zackenkrone (pompeianischen Wandgemälde)

Auch andere Gottheiten der griechisch-mediterranen Mythologie erscheinen zuweilen mit einer Zacken-/Strahlenkrone. Beispielweise ist die Zackenkrone nach Konrad WernickeW-Logo.png das ständige Attribut der ArtemisW-Logo.png auf pompeianischen Wandgemälden[34]

Sol (römisch)

Sol (römisch)
132 v. Chr.: Sol mit Strahlen-/Zackenkrone (in Quadriga mit Peitsche und Zügeln; Denarius)
76. v. Chr.: Bildnis von Sol (römisch) bzw. ApollonW-Logo.png als Sonnengott (DenariusW-Logo.png von Lucius LucretiusW-Logo en.png)
19. v. Chr.: Bildnis von SolW-Logo.png (DenariusW-Logo.png von Augustus und Lucius Aquillius Florus)
ca. 309–310: Stehender, nach rechts schauender Sol, mit der siebenstrahligen Gloriole des Helios (die Rechte erhoben, einen Globus in der Linken; andere Münzseite: Konstantin der GroßeW-Logo.png als Sol invictus)

Dem griechischen Helios entspricht in der antikenW-Logo.png römischen MythologieW-Logo.png Sol (lateinisch sol „Sonne“). Sol-Darstellungen zeigen ikonographisch Übereinstimmungen mit Helios-Motiven. Gleichwohl wurde Sol nicht aus der griechischen Mythologie übernommen, sondern ist einheimisch-römischen Ursprungs (Sol Indiges, deutsch: „einheimischer Sol“). Sol erscheint auf römischen Münzen erstmals ungefähr im späten 3. Jahrhundert v. Chr. mit strahlenbekränztem Haupt, ebenso auf älteren etruskischenW-Logo.png Spiegeln (eine Münze von 132 v. Chr. zeigt ihn auf dem mit vier Pferden bespannten Sonnenwagen ).[35] Inschriftlich erstmals 158 auf einem Altar bezeugt, ist er vor allem in seiner seit dem 2. Jh. n. Chr. gebräuchlichen Erscheinungsform als Sol invictus (lat.; „unbesiegter Sonnengott“ bzw. „unbesiegbarer Sonnengott“) verbreitet (am 25. Dezember 274 feierten die Römer erstmals auf Erlass durch den römische Kaiser AurelianW-Logo.png den Geburtstag des Sonnengotts).[36][37]

Mithras (römisch)

Ab dem 2. Jahrhundert kam die Bezeichnung Sol Indiges als Beiname des Mithras vor (Sol Invictus Mithras).[38]

Mithras ist eine römische Gottheit und als Göttergestalt eine mythologische Personifizierung der Sonne, die im MithraismusW-Logo.png verehrt wurde. Der Name Mithras geht auf den Gott Mithra aus der iranischen MythologieW-Logo.png zurück. Jedoch weist der römische Mithras bestimmte Unterschiede zum Mithra der iranischen VölkerW-Logo.png auf, so dass die beiden trotz der gemeinsamen Ursprünge nicht gleichgesetzt werden können und nur in einer indirekten Beziehung zueinander stehen.“

Deutsche Wikipedia (2020)[39]

Könige mit Tiara

70–38 v. Chr.: Tiara, oben mit Zacken (Antiochos I.W-Logo.png, Hände­schüt­teln mit Herakles; Steinrelief, Türkei)

Die TiaraW-Logo.png (altgriechisch τιάρα) war im Altertum eine Kopfbedeckung, die teilweise ebenfalls zackenförmige Elemente aufwies. Sie gehörte zur typischen Bekleidung der Herrscher in orientalischen Staaten und wurde beispielsweise von Antiochos I.W-Logo.png und König Tigranes II.W-Logo.png getragen.

Kaiser Roms (römisch)

Strahlen-/Zackekrone
(römische Kaiser)
ca. 20-21 n. Chr.: TiberiusW-Logo.png mit Strahlenkrone (Tetradrachme, geprägt in Alexandria)
ca. 54-68 n. Chr.: NeroW-Logo.png, TetradrachmeW-Logo.png, ägyptische Prägung
Nero and Poppaea Sabina.jpg
2. Jhr. n. Chr.: CommodusW-Logo.png u. a. mit Attributen von Helios
Commodus, Hermitage Museum.JPG
ca. 220 n. Chr.: Münze mit dem Bildnis von Kaiser Mark AurelW-Logo.png
DENAR1.jpg
240 n. Chr.: AntoninianW-Logo.png mit dem Bildnis von Kaiser Gordian III. W-Logo.png
Gordian III Antoninianus.jpg
270 n. Chr.: QuintillusW-Logo.png mit Strahlenkrone
274-275 n. Chr.: AntoninianW-Logo.png mit dem Bildnis von Kaiser Aurelian W-Logo.png
280 n. Chr.: AntoninianW-Logo.png mit dem Bildnis von Kaiser ProbusW-Logo.png

Aus der Münzkunde sind zahlreiche Darstellungen von römischen Kaisern mit Strahlen- oder Zackenkrone überliefert. Nach LeitzmannW-Logo.png war Nero „der Erste, welche sich mit einer solchen abbilden ließ“.[40] Diese Angabe ist in seiner Absolutheit fragwürdig, da Strahlen-/Zackenkronen auf dem Haupte von Menschen auf römischen Porträtmünzen schon vorher gelegentlich vorkommen.

„Eine weitere Ausschmückung dieser Diademe war das Anbringen von nach oben spitzig auslaufenden Zacken, sogenannten Strahlen (..) Diese Zacken- oder Strahlenkrone, auch „alte kaiserliche Krone" genannt, gehört zu den ältesten Kronen der römischen Kaiser und Könige und wird noch heute in der Heraldik angewendet.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[9]

„Das Attribut des Sonnengottes ist im griechisch-römischen Altertum die Strahlenkrone; diesen Kopfschmuck haben dann lagidische Könige von Ägypten und römische Kaiser von Augustus an allgemein bis Anfang des 4. Jahrhunderts, vereinzelt bis ins 6. Jahrhundert getragen (..)“

Zackenkrone von 950 bis ca. 15. Jahrhundet

In den Jahren zwischen ca. 600 und 950 n. Chr. scheinen strahlen-/zackenförmige Kopfaufsätze bezogen auf Europa und den Mittelmeerraum an Bedeutung verloren zu haben. Erst nach diesem Zeitraum sind sie sukzessive wieder häufiger in Abbildungen von Handschriften dargestellt beziehungsweise bei Artefakten der bildenden Kunst zu finden.

Zackenkrone ab dem 16. Jahrhundert

Zackenkrone auf den Münzen von Mailand
1594: Büste Philipp II.W-Logo.png von Spanien mit Strahlenkrone (Mailänder Doppeldukat)
Philipp IV.W-Logo.png von Spanien, Herzog von Mailand (1621-1665)
17. Jhr.: Zackenkrone (Teil des Prunkkürass von Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen (1613–1680))

Stückelberg geht davon aus, dass es ab dem 15./16. Jahrhundert zu einer „Wiedergeburt“ von Darstellungen mit fünzackiger Strahlenkrone kam, angestoßen durch die Künstler Italiens:

„(..) Diese Form der fünfzackigen Strahlkrone, wie sie auf zahlreichen Monumenten erscheint, ist zunächst von den Malern, Bildhauern und Medailleurs der Renaissance in Italien aufgegriffen und wiederholt worden (..)“

Tatsächlich stellte man vermeintlich ideale Herrscherpersönlichkeiten wie zum Beispiel den Staufer Friedrich II. und andere Idealgestalten seit der Renaissance mehrfach mit einer Strahlen-/Zackenkrone dar. Ab dieser Epoche (beziehungsweise als „sich das Rittertum seinem Verfalle“ nahte) nahmen heraldische Kronen ebenfalls überhand (darunter, wie oben gezeigt wurde, die strahlen-/zackenkronenförmigen Kopfaufsätze).[41]

Moderne Strahlen-/Zackenkronen

1811: Zackenkrone über einem „N“ (ParpagliolaMuster-Kreuz-inv.png unter der Herrschaft von Napoleon)

Die von Frédéric-Auguste Bartholdi geschaffene neoklassizistische FreiheitsstatueW-Logo.png ist in der Moderne eine der bekanntesten Darstellungen einer Figur mit Strahlen-/Zackenkrone. Die Statue stellt die in Roben gehüllte Figur der Libertas, der römischen Göttin der Freiheit, dar. „Die siebenstrahlige Krone ist der Gloriole antiker Helios- oder Sol-Darstellungen entlehnt. Sie symbolisiert ursprünglich die Sonne, hier aber die sieben WeltmeereW-Logo.png und die sieben KontinenteW-Logo.png. Zusammen mit der Fackel sollen sie die Botschaft verkünden, dass die Freiheit die Welt erleuchtet.“[42][43]

Wappenbilderordnung

  • Die gemeine Figur antike Krone wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Andere Erzeugnisse von Menschenhand: Herrschafts-, Rang- und Würdezeichen unter der Nr. 9815 aufgenommen.

Weblinks

 Commons: Zackenkronen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Strahlenkronen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Marianne BergmannW-Logo.png: Die Strahlen der Herrscher. Theomorphes Herrscherbild und politische Symbolik im Hellenismus und in der römischen Kaiserzeit. Zabern, Mainz 1998. ISBN 3-8053-1916-9.

Einzelnachweise

  1. Duden online „Zackenkrone“. Erstellt: 18. Mai 2018. Abgerufen: 27. August 2020. Permanentlink
  2. 2,0 2,1 2,2 Autorenkollektiv: Zackenkrone. In: Brockhaus Konversationslexikon. F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896. 16. Band: Turkestan - Zz → Hauptstück: Seite 0907, von "Zacherlin" bis "Zahlensystem" (siehe auch: Digitalisat. Internet: www.eLexikon.ch. Im Internet seit 2005; Text geprüft am 12.12.2015; publiziert von Peter Hug; Abgerufen: 28. August 2020)
  3. 3,0 3,1 3,2 Querfurt, Curt Oswalt Edler von: Kritisches Wörterbuch der heraldischen Terminologie. Nördlingen: Beck. 1872. Neudruck: Wiesbaden: M. Sändig. 1969. Seite 5-6
  4. Kühnen, Georg Wilhelm (Hrsg.): Wohlanständige Adels-Zierde / Das ist / Neue Anleitung zu der sogenannten Herold- oder Wapen-Kunst. Wie dieselbe durch den hierinn sonderlich berühmten P. Claude François Ménestrier, in franzöischer Sprache verfaßt (..) nach dem Parisischen Exemplar so Anno 1691 aufs neueste herausgeben (..) 1694. S. 122.
  5. Vgl. zum Beispiel:
    • Karl Heinz Burmeister: Ein Wappenbrief für Georg Joachim Rheticus. In: Montfort. Vierteljahresschrift für Geschichte und Gegenwart Voralbergs. 58. Jahrgang. Heft 2/3. Dornbirn, 2006. ISBN 3853303335. S. 150-159
    • Konrad Fischnaler: Indexkarte: Wappen Schuestl. Wappenbrief vom 9. Oktober 1578; Wappenbesserung durch Rudolf II. am 1. Mai 1583. In: Tiroler Wappen. Die Fischnaler Wappenkartei. wappen.tiroler-landesmuseen.at, abgerufen am 29. Oktober 2020 (Originalquelle: Tiroler Wappenbücher 1564-1665 (auf dieser Karte: Tir. Wp. B. Bd. VI) Seite 95, Grafik 614; Standort: Wien Österreichisches Staatsarchiv).
  6. Christian Friedrich August von Meding: Nachrichten von adelichen Wapen. Band 2. Weißenfels und Leipzig, 1788. S. 540 (Google)
  7. Martin Carl Wilhelm von Wölckern: Beschreibungen aller Wappen der fürstlichen, gräflichen, freiherrlichen und adelichen jeztlebenden Familien im Königreich Baiern. Dritte Abteilung. Nürnberg, 1827. S. 96 f. (Google)
  8. Kneschke: Deutsche Grafen-Häuser der Gegenwart: In heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung. Dritter Band. A-Z. Leipzig, 1854. S. 115. (Google)
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889/1890. S. 146, 160. Tafel 30. Figuren 95. Reprint on Demand. Universtitäts- und Landesbibliothek Tirol. 2009. ISBN 3-226-00671-1.
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 Ernst Alfred Stückelberg: Die „heidnische“ Krone. In: Schweizerisches Archiv für Heraldik (Archives héraldicques suisses; Archivum heraldicum). 1898. Jahrgang 12. Nr. 3. S. 73. (Google)
  11. 11,0 11,1 11,2 Hugo Gerard Ströhl: Heraldischer Atlas. Eine Sammlung von heraldischen Musterblättern für Künstler, Gewerbetreibende, sowie für Freunde der Wappenkunde (= Heraldische Reihe 4. Nachdruck). Phaleristischer Verlag (PHV) Autengruber und Hrdina, Offenbach am Main 2000, ISBN 3-934743-08-0 (Originaltitel: Heraldischer Atlas. Eine Sammlung von heraldischen Musterblättern für Künstler, Gewerbetreibende, sowie für Freunde der Wappenkunde. Stuttgart 1899. → Seite ohne Seitenzahl).
  12. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1984, ISBN 3-411-02149-7, S. 450 (Digitalisat [abgerufen am 29. Februar 2020]).
  13. Hanns Jäger-Sunstenau: Wappen, Stammbaum und kein Ende. Ausgewählte Stammsätze aus vier Jahrzehnten. Wien, 1986. S. 100
  14. 14,0 14,1 14,2 Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Übergangslösungen: Wulste, Kronen und Kissen – Erstellt: 2004, 2010, 2017, 2018. Abgerufen: 24. August 2020
  15. Arthur Charles Fox-Davies: A complete guide to heraldry. T.C. & E.C. Jack, London 1909, S. 370–382, Kapitel 23, Crest coronets ans chapeaux (englisch, auf www7b.biglobe.ne.jpsiehe: → Wikisource).
  16. Hefner, Otto Titan von: Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik. München, 1861. S. 102. Tafel XXII. Figur 998. (Google)
  17. Seyler, Gustav Adelbert: Geschichte der Heraldik. Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft. In: J. Siebmachers großes Wappenbuch. Band A. Repgrografischer Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1885-1889 (1890). Neustadt an der Aisch. 1970. S.
  18. Donald Lindsay Galbreath, Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik. Battenberg Verlag, Weltbild Verlag, Augsburg 1990, ISBN 3-89441-259-3, S. 186 (französisch: Manuel du Blason. Lausanne, Lyon 1942. Übersetzt von Ottfried Neubecker).
  19. 19,0 19,1 19,2 Harald Huber: Wappen. Ein Spiegel von Geschichte und Politik. gesehen im Wappen eines vorderösterreichischen Regenten. Badenia Verlag, Karlsruhe 1900, ISBN 3-7617-0278-7, S. 46 ff.
  20. Vgl. stellvertretend: Ludolf StephaniW-Logo.png: Nimbus und Strahlenkranz in den Werken der alten Kunst.
    • In: Aus den Mémoires de l'Académie des Sciences de St.-Pétersbourg. VI. Série. Siences politiques, histoire, philologie T. IX. St. Petersburg 1859. 4. (Digitalisat)
    • In: Gelehrten Anzeigen der k. bayerischen Akademie der Wissenschaften. Nr. 1., 2. und 3. München, 1860. Spalten: 09-29. (Google)
  21. Lexikon der Symbole: Krone (vgl. LdS, S. 255) 1989/1994/1998. S. 632
  22. Wilhelm Vollmer: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 417. (Digitalisat, abgerufen: 7. Oktober 2020)
  23. Seite „Aton“W-Logo.png. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. September 2020, 20:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Aton&oldid=203565347 (Abgerufen: 3. Oktober 2020, 21:30 UTC)
  24. Seite „Flügelsonne“W-Logo.png. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. August 2019, 12:00 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Fl%C3%BCgelsonne&oldid=191089129 (Abgerufen: 3. Oktober 2020, 23:21 UTC)
  25. Friedrich Wilhelm von Bissing: Ursprung und Wesen der persischen Kunst. In: Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-philologische und historische Klasse. Jahrgang 1927, 1. Abhandlung. München, 1927. S. 16
  26. Angaben zur Abbildung nach: G. Herrmann. Archäologie in Wort und Bild. Band: Die Wiedergeburt Persiens. Lizenzierte Übersetzung aus dem englischen Original The Iranian Revival (1975), Elsevier Publishing Projects S. A., Lausanne.
    • Hinweis: Die Identifikation der rechten Figur als Ahura Mazda ist in einigen Quellen umstritten. Möglicherweise ist auch Ardaschirs Vorgänger Schapur II.W-Logo.png abgebildet, in dessen Armee Ardaschir II. als General am Sieg über den römischen Kaiser Julian ApostataW-Logo.png in dessen PersienfeldzugW-Logo.png beteiligt war. Zu Füßen des Großkönigs wäre somit der besiegte römische Kaiser zu identifizieren.
  27. Dieser Name hat im Mittel- und Neupersischen noch weitere Bedeutungen: „Licht, Sonne, Barmherzigkeit, Freundschaft, Liebe“ (vgl. F. Steingass: Persian-English Dictionary. 6. Aufl., London 1977).
  28. 28,0 28,1 Seite „MithrasW-Logo.png“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. Mai 2020, 10:04 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mithras&oldid=200033140 (Abgerufen: 20. Oktober 2020, 10:00 UTC)
  29. 29,0 29,1 29,2 29,3 Eduard NeufferW-Logo.png: Das Kostüm Alexander d. Gr. Gießen 1929 (= Dissertation) (Volltext)
  30. Hans Lamer: Wörterbuch der Antike. Mit Berücksichtigung ihres Fortwirkens. In Verbindung mit E. Bux. und W. Schöne. Begründet von Hans Lamer. Fortgeführt von Paul Kroh. 8. verb. und erg. Auflage. (Kröner-Taschenausgabe Bf. 96). Stuttgart, 1976. ISBN 3-520-09608-0. S. 286.
  31. DiodorW-Logo.png berichtet, dass die Chaldäer KronosW-Logo.png/SaturnW-Logo.png mit dem Namen Helios nannten bzw. ihn als die Sonne bezeichneten.
  32. Emilie Döring: Hellas: Geographie, Mythologie, Geschichte und Cultergeschichte von Alt-Griechenland. Frankfurt, 1876. S. 67. (Google)
  33. Alfred StückelbergerW-Logo.png (Hrsg.); Florian Mittenhuber (Hrsg.): Klaudios Ptolemaios. Handbuch der Geographie. Ergänzungsband mit einer Edition des Kanons bedeutender Städte. Basel. 2009. S. 404. ISBN 978-3-7965-2581-0. (Google)
  34. Konrad WernickeW-Logo.pngArtemis 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen AltertumswissenschaftW-Logo.png (RE). Band II,1, Stuttgart 1895, Sp. 1336–1440.
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