Sperber (Wappentier)

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Sperber, „stehend“, mit angelegten Schwingen („angeschlossenen Flügeln“; Fabelwappen von Artus ly Blois)
SperberW-Logo.png (Accipiter nisus), Männchen

Das Wappentier Sperber (frz. épervier; engl. sparrow-hawk), auch Sperbermännchen genannt (frz. tiercelet), ist in der Heraldik eine seltene gemeine Figur.

Name

„Der Name des Sperbers ist ein Kompositum aus zwei althochdeutschen Substantiven: sparo (SperlingW-Logo.png) und aro (Aar/Adler). Ahd. spar(a)wāri, mhd. sperwaere[1] bezeichnet also gewissermaßen einen „Sperlingsadler“, einen „kleinen Adler“[2]

Deutsche Wikipedia (2017)[3]

Darstellung

Die Darstellung des Sperbers erfolgt entweder in der traditionellen Heraldik ähnlich dem Wappentier Adler in strenger heraldischer Form und Tingierung. In der modernen Heradik erscheint er zuweilen unstilisiert und in der natürlichen („unheraldischen“) Art und Weise des realen Vorbildes. Er kann im Schild oder als Kleinod im Oberwappen auftreten.

Sperber: ein ähnlicher Raubvogel erscheint meines Wissens nur im Wappen der gleichnamigen neugeadelten Familie in Ostpreussen.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[4]

Sperber als Nebenfigur

Der Sperber erscheint teilweise auch als Nebenfigur, die von einem Menschen, einem Arm oder einer anderen Hauptfigur gehalten oder in irgendeiner Form „präsentiert“ wird.

Sperber als Schildhalter

Sperber erscheinen in der Heraldik auch als Schildhalter.

Wappenbilderordnung

  • Die Figur Sperber besitzt in der Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) keine eigene Nummer. Sie zählt dort zu der allgemeinen Bestimmung „Raubvögel, unbestimmt“, Nr. 4145.

Weblinks

 Commons: Habichte und Sperber in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Karl Otto Sauerbeck: ‚Herr Heinrich saß am Vogelherd‘. Beobachtungen zur mittelalterlichen Vogeljagd und deren Symbolik. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 10, 2014, S. 57–79, hier: S. 74 („Spatzen fressender Kleinraubvogel“).
  2. Wolfgang Pfeifer (Hrsg.): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Erarbeitet im Zentralinstitut für Sprachwissenschaft, Berlin. (= dtv 3358). Nachdruck der 2. Auflage (1993). dtv, München 1995, ISBN 3-423-03358-4), S. 1321.
  3. Seite „Sperber (Art)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. April 2017, 18:14 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sperber_(Art)&oldid=164971919 (Abgerufen: 20. Mai 2017, 00:08 UTC)
  4. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.