Fasan (Wappentier)

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Fasan
(gemäß Siebmacher)
Fasan im Wrisberg-Relief über der Tür der Kirche in Brunkensen

Das Wappentier Fasan (frz.: faisan; engl: pheasant) ist in der Heraldik eine seltene gemeine Figur.

Darstellung

Die Darstellung des heraldischen Fasans lehnt sich an sein natürliches Vorbild an, erfolgt aber stilisiert. In Wappen kommt der Fasan meist heraldisch tingiert vor (wobei die Bewehrung manchmal eine andere Farbe erhält); eine natürliche Färbung (z. B. in Braun), wird in der Heraldik weitgehend abgelehnt. Halsring oder Blesse um das Auge sind zu melden und können andersfarbig erscheinen. In der heraldischen Darstellung sind beim männlichen Fasanmotiv die gattungstypischen „Federohren“ am Hinterkopf und der Schwanz übertrieben verlängert darzustellen.

Das Wappentier wird häufig in Einzahl, seltener in Zwei-, Drei- oder Mehrzahl dargestellt.

Der Fasan erscheint vorwiegend stehend (zum Beispiel in Kombination mit einen Dreiberg), kann aber auch in allen anderen vogeltypischen Stellungen im Wappen vorkommen (mit angelegten oder flugbereit erhobenen Flügeln, fliegend, schreitend und so weiter).

Siebmacher

Fasan (Tafel XX. Figur 4.): führen zum Beispiel die von Wrisberg in Mecklenburg, die Fasold in Franken, die Faschany in Salzburg.“

– Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Fasanfeder

Die Fasanfeder ist in der Heraldik

Fasanfedern (Tafel XXXI. Figur 69.): letztere besonders bei Helmkleinoden Westfälischer Geschlechter, von Kettler, von Ledebur, von Fürstenberg, von Wrisberg und Anderen vorkommend; vielleicht sind indess diese Fasanfedern ursprünglich eine Art Kolben, oder Schirmbretter gewesen, welche Annahme besonders durch den Umstand noch wahrscheinlicher erscheint, wenn die Schildeszeichnung (bei Ledeburs der Sparren, bei Fürstenbergs die beiden Balken) auf denselben wiederholt ist, was bei Federn in Folge ihrer leichten Substanz in praxi kaum möglich gewesen sein möchte.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Symbolik

„In der Symbolik der bildenden Kunst späterer Jahrhunderte ersetzt der Fasan oft den Pfau und steht dann entsprechend als Symbol der Auferstehung (Phönix), für die Göttin HeraW-Logo.png, als Symbol der Liebe, der Wollust oder des Hochmuts. Besonders Fasanenpasteten wurden als Allegorie der SuperbiaW-Logo.png und der GulaW-Logo.png abgebildet – ab dem 15. Jahrhundert wurde der gebratene Fasan oft im vollen Gefieder serviert. Einzige eigenständige Bedeutung in der Ikonografie hat der vom Habicht verfolgte Fasan als Sinnbild der verfolgten Seele.[3] Später ist der Fasan ein beliebtes Motiv in Jagdstillleben und Landschaftsgemälden.

In seiner ostasiatischen Heimat spielt der Fasan eine bedeutende Rolle in Symbolik und Volksaberglauben. In China steht er für Licht, Wohlstand, Glück und Schönheit, in Japan für Schutz, Mutterliebe und Tugend. Ließ der Fasan nicht zu Anfang des 12. Monats seinen Revierruf hören, war das ein Zeichen für die Ankunft einer großen Flut, hatte er zur Mitte desselben noch nicht gerufen, dann würden die Frauen unsittlich und würden – teils als Fasanengeister in Menschengestalt – die Männer verführen. Ein altes Brettspiel lässt den Fasan zum Gegner der Eule werden.[4] Auch in der Mythologie taucht der Fasan häufig auf. So ist einer der drei Begleiter der NüwaW-Logo.png ein neunköpfiger Fasan, und der FenghuangW-Logo.png, eine Art Phönix, hat einen Fasanenkopf.[5]

Wikipedia-Autoren (2011)[6]

Verbreitung

Der Fasan findet sich mehrmals als Wappenmotiv in der anglo-amerikanischen Heraldik und Paraheraldik, zum Beispiel: Worshipful Company of CooksW-Logo en.png, Armstrong (British Columbia, Canada), SaanichW-Logo en.png (British Columbia, Canada), Checkendon (Oxon, 1404) und andere.

Varianten

  • Im Wappen Guyanas befindet sich unten ein Canje-Fasan.
  • Im Wappen Nepals, das bis zum 30. Dezember 2006 in Gebrauch war, findet sich der Nationalvogel: ein Glanzfasan (Lophophorus-Fasan).

Wappenbilderordnung

Webseiten

 Commons: Fasan in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 162.
  3. Sigrid u. Lothar Dittrich: Lexikon der Tiersymbole – Tiere als Sinnbilder in der Malerei des 14.–17. Jahrhunderts, Michael Imhoff Verlag, Petersberg 2005, ISBN 3-937251-18-9
  4. Clemens Zerling: Lexikon der Tiersymbolik. Mythologie – Religion – Psychologie. Kösel, München 2003, ISBN 3-466-36639-9
  5. Feng-huang
  6. Fasan. Mythologie und Kulturgeschichte.