Hufeisen (Heraldik)

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Das Hufeisen (frz.: fer à cheval; engl.: horseshoe) ist in der Heraldik eine Wappenfigur beziehungsweise eine gemeine Figur.

Darstellung

Das Hufeisen wird in Wappen bevorzugt in zwei Stellungen abgebildet: Mit der Öffnung zum Schildfuß zeigend oder mit der Öffnung zum Schildhaupt zeigend. In letzterer Position ist das Hufeisen gestürzt und wird auch so beschrieben (oder zum Beispiel: Stollen nach oben). Es wird in der Ansicht mit Rillen (Falz), angedeuteter Zehenkappe und den rechteckigen Nagellöchern dargestellt. Die Lochanzahl ist grundsätzlich unbedeutend und wird in der Blasonierung nicht erwähnt. Mehrere Eisen im Wappen sind möglich. Bevorzugte Stellung ist im Dreipass zwei über eins, also 2:1.

Varianten

  • Im Wappen kann dem Hufeisen auch ein Gegenstand angesteckt werden, oft ist es ein Kreuz oder ein Halbmond.
  • Für die Erkennung des Wappentieres Strauß wird das Hufeisen dem Vogel zum Halten in den Schnabel gegeben.
  • Das Hufeisen unterscheidet sich in der heraldischen Darstellung vom sogenannten Kuh-/Ochseneisen:
HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Kuheisen

Galerie

Verwendung und Verbreitung

Als Wappennmotiv wird das Hufeisen mindestens seit dem 15. Jahrhundert verwendet. Es wurde auch als Hausmarke verwandt und auf Gemarkungssteinen verwendet. Beispiel der Ort Büchig (Bretten), wo es einstmals als Dorfzeichen angesehen wurde und auf Gemarkungsgrenzsteinen wiederzufinden war.

Als redendes Wappen ist es im Schild von Isny, einem Ort im Allgäu[1].

Besonders beliebt ist es in der polnischen Heraldik.

Hufnagel

Zwei schragenweise gekreuzte Hufnägel in der Helmzier
(Wappen Thomas aus Duisburg)

Der HufnagelW-Logo.png (auch Rossnagel genannt), der ein notwendiges Befestigungsmittel des Hufeisens ist, ist im Wappenwesen ebenfalls eine gemeine Figur. Sie ist als Bestandteil eines Wappens vergleichsweise selten, steht aber zum Beispiel redend für den Familiennamen Hufnagel (vgl. zum Beispiel die Koblenzer Linie der Familie Hufnagel aus Steinau an der Straße, DWR, 1994, Nr.: 9804/94).

Die Figur Hufnagel erscheint gewöhnlich mit einem vierkantigen Schaft und einem etwas größeren vierkantigen Kopf. Werden Hufeisen und Nagel zusammen im Wappen dargestellt, ist dies bei anderer Farbe der Nägel anzugeben. Der Heraldiker spricht vom benagelten Hufeisen. Der Kopf des Hufnagels erscheint in diesem Fall in etwa in der Breite der Rille des Hufeisens, kann aber in der typischen heraldischen Übertreibung auch wesentlich größer dargestellt werden.

Wappenbilderordnung

Symbolik

Das Hufeisen wird im Zusammenhang mit Bergbau und Pferdezucht als Wappenmotiv gestiftet.

Außerhalb der Heraldik ist es als Glückssymbol und Glücksbringer allgemein bekannt. Ein nach oben offenes Hufeisen ist ein Symbol für die Teufelshörner. Ist es nach unten offen, herrscht die Vorstellung vom Herausfallen des Glückes vor. Die Bedeutung als Ehrschatz (Sachleistungen) hat sicherlich ebenfalls dazu beigetragen, dass das Hufeisen seine Beliebtheit nicht verloren hat.

Literatur

  1. Lexikon Heraldik, Gert Oswald, VEB Bibliographische Institut Leipzig, 1984

Weblinks

 Commons: Hufeisen in Wappen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Hufeisen_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 2. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.