Kette (Heraldik)

Aus Heraldik-Wiki
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Sechzehngliedrige Kette
 
in verwechselten Farben (Gellmersbach)
 
sprechend im Wappen von Kettenacker
Kette im Wappen von Albert Graf von Schlippenbach
(1895: heraldisches Exlibris Albert Graf von Schlippenbach; gestaltet von Prof. Adolf M. Hildebrandt (1844-1918))[1]
Herabhängende Kette
(mit drei oder mehr Gliedern)
 
im Wappen derer von Neuhoff
 
im Wappen derer von Schlippenbach

Die Kette (frz.: chaîne; engl. chain) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Darstellung

Die Figur Kette erscheint im Wappenschild in Form einiger Kettenglieder (gewöhnlich auf drei oder vier begrenzt) und ist -- heraldisch stilisiert -- einer realen Kette nachempfunden.

Wird die genaue Ausprägung der Kettenglieder (rund, breit, lang) in der Wappenbeschreibung nicht festgelegt, obliegt sie der künstlerischen Freiheit des aufreißenden Wappenkünstlers. Grundsätzlich kann aber die Form der Kettenglieder angezeigt werden. Auch gemischte Kettengliederstärken/formen sind in den Wappen anzutreffen.

Ketten (Tafel XXIX. Figur 18. bis 20.: erscheinen dreierlei Arten in Wappen, entweder

  1. mit ovalen oder
  2. mit runden oder
  3. mit abwechselnd runden und viereckigen Gliedern, in letzterem Falle Holzketten genannt.“
Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Die Anzahl der Kettenglieder kann gemeldet werden. Die Tingierung ist vorwiegend Gold oder Silber. Ketten kommen in vielen Darstellungsweisen in Wappen vor; gebräuchlich ist die Belegung eines Schildbordes mit einer umlaufenden Kettenfigur (wobei der obere Teil des Schildbords manchmal ausgelassen wird). Auch in Wappen ohne Schildbord sind Kettenfiguren, die dem Schildrand „bordförmig“ folgen, eine beliebte heraldische Darstellungsvariante. Die Kette allein ist als Wappenbild nicht sehr verbreitet; in Kombination mit anderen Motiven besitzt sie eine größere Verbreitung.

Ketten für Orden

Eine besondere schmuckvolle Form haben die ordensabhängigen Ketten, die um den Schild gelegt werden und den Orden des Wappenträgers tragen. Sie werden zu den Prachtstücken gezählt.

Varianten und Symbolik

Die Symbolik der Kette im Wappen ist häufig die Befreiung von einer Herrschaft.

Navarrakette

Beliebt ist das Flechtwerk aus verbundenen Kettensträngen, wie es im Wappen von Navarra, vorkommt. In diesem Wappen wird das Gebilde auch als Navarrakette bezeichnet. Diese ist aus dem Münzenschnurgeflecht[3] etwa im 14.Jahrhundert hervorgegangen. Im Gelres 'sche Wappenbuch ist es dargestellt.[3]

Navarrakette im Wappen
Ketten im Bundeswappen Österreichs
Zerissene Ketten im Bundeswappen Österreichs
Ketten als Attribut des Leonhard von Limoges
  • Die Kette (beziehungweise Gefangenenfesseln wie Hand-/Fußschellen etc.) ist Attribut des Heiligen LeonhardW-Logo.png.

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Einzelnachweis

  1. Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Show-handle-HW.png Bernhard Peter:  – In: Historische heraldische Exlibris (1). Internet. Erstellungsdatum: 2012. Abgerufen: 19. Dezember 2017
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889/1890. S. Ketten. Tafel 29. Figur 18. bis 20. Reprint on Demand. Universtitäts- und Landesbibliothek Tirol. 2009. ISBN 3-226-00671-1.
  3. 3,0 3,1 Gert Oswald: Lexikon der Heraldik, Bibliographisches Institut Mannheim, 1985, ISBN 978-3-411-02149-9

Weblinks

Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Kette_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 2. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.