Rossbremse

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert den Begriff Rossbremse, Pferdebremse, nicht zu verwechseln mit dem Insekt PferdebremseW-Logo.png
Rossbremsen
 
Schräggestellte rote Pferde­bremse über verschlungenem, geflochtenem roten Lederseil
 
um 1460: Rote Pferde­bremse, unterlegt von schwar­zem Seil
(links: ThüngfeldW-Logo.png; rechts: Wappen derer von ThüngfeldW-Logo.png)
Rossbremsen
 
(im Wappen der Varnhagen von Ense)
 
(im Wappen derer von Holtey)

Die Rossbremse (auch Pferdebremse, Pferdepramme/Pferdebramme[1], Pferdezange, NasenbremseW-Logo.png, Oberlippenbremse, Zwingwerkzeug für Pferde oder kurz Bremse, Pramme, Bramme genannt; frz.: moraille; engl.: horse-barnacle, horse-bray) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Darstellung

Die gemeine Figur Rossbremse ist dem gleichnhamigen Gerät nachempfunden, das zur Zähmung von Pferden, besonders beim Beschlagen dient. Durch das Zusammenziehen von Riemen oder Ketten wird dem Pferd die Nase eingequetscht und so ein Ruhigstehen erzwungen. [2] Die Figur kann in allen heraldischen Tinkturen erscheinen; oft wird sie in den überlieferten Wappen in Schwarz, Gold oder Silber dargestellt.

„Die Bremse (Tafel XXIX. Figur 102.-110.): das heißt, ein Instrument, welches beim Beschlagen der Pferde, oder wenn dieselben sich sonst wild und unbändig benehmen, dieselben in die Nase eingequetscht und vermittelst des daran befindlichen Riemens respektive der Kette zusammengespannt wird. Derartige Bremsen kommen in den verschiedensten Formen, bald mit, bald ohne Riemen oder Kette (was zu melden ist) vor. Die Form Figur 104. 105. ist die speziell in Westfalen und am Rhein übliche (von Holtey), Figur 102 die in Pommern übliche (von Weltzien), doch wechselt die Form, dem Geschmack der Jahrhunderte entsprechend, sehr vielfach.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Gehäuft tritt das Bild in ostpreußischen, pommerschen und norddeutschen Wappen auf.[1]

Varianten

Im Wappen derer von Weltzien erscheint in Silber eine schräglinks liegende geflügelte rote Pferdebremse (auf dem Helm mit rot-silbernen Decken das Schildbild).

„Die Symbolik der geflügelten Bremse ist bisher nicht aufgeklärt.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Symbolik

„Einige Heraldiker leiten von diesem Wappenbild die Tätigkeit des ursprünglichen Wappenträgers als Gestütsverwalter eines Fürsten oder Dynasten ab.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

Paraheraldik

Wappenbilderordnung

  • Die Pferdebremse wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Landwirtschaftliches Gerät, Jagd- und Fischgerät unter der Nr. 9577 aufgenommen.

Siehe auch

  • Die Glieder der Amtskette des 1440 gestifteten brandenburgischen Schwanenorden sind aus Bremsen und Herzen[1].

Weblinks

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Besondere Motive: Pferdebremse

Literatur

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 307.
  2. Seite „Rossbremse“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 2. Juni 2013, 20:44 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rossbremse&oldid=119150131 (Abgerufen: 3. Juni 2013, 00:20 UTC)
  3. 3,0 3,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 142.
  4. Siehe: Stadtgeschichte von Karnap. Internet. Abgerufen am 26. Juni 2013.