Limesturm

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In der Früh-/Blütezeit des Wappenwesens sind Limesfiguren nicht gebräuchlich.
 
Rekonstruktion Limeswachturm Wp 9/83 bei Großerlach-Grab
Bild: Matthias Süßen
Lizenz: Lizenz CC BY-SA
 
Aus dem Unterrand emporkommender Limes-Wachtturm
(GroßerlachW-Logo.png)[1]
 
Rekonstruktion Limeswachturm Wp 9/83
 
Goldener gemauerter Wachturm (historisches Wappen Grab, Großerlach)W-Logo.png)[2]
 
Rekonstruktion Limeswachturm Wp 4/103 („Eckartshaeuser Unterwald“)
 
Silberner Limesturm mit roten Türfüllungen (LimeshainW-Logo.png)[3]
 
Limeswachturm Wp 14/48 bei Burgsalach
 
Limesturm mit goldenem Dach und goldenem Umgang (BurgsalachW-Logo.png)[4]
 
Rekonstruktion Limeswachturm Wp 4/49 bei Pohlheim
 
Blauer Limes-Wachturm
(PohlheimW-Logo.png)[5]

Das Bauwerk Limesturm (auch Limes-Wachturm, römischer Wachturm oder ähnlich genannt; englisch limes tower oder roman watchtower) und sämtliche Limesturmtypen sind im neueren Wappenwesen (Heraldik) gemeine Figuren, die je nach Wappen durch markante oder besondere architektonische Details unterschiedlich gestaltet sein können.

Darstellung

Die gemeine Wappenfigur Limesturm ist -- heraldisch stilisiert -- entweder dem auf einer verhältnismäßig kleinen Grundfläche hoch aufragenden, schlanken und hohen IdealbildW-Logo.png der gleichnamigen römischen Wach- bzw. Signaltürme nachempfunden oder eine wappenmäßig vereinfachte Wiedergabe eines realen (ehemaligen oder noch bestehenden), rekonstruierten LimesturmsW-Logo.png des europäischen Grenzwalls. In einer Wappenbeschreibung wird gewöhnlich der Umstand der Nachbildung eines Limesturmsnachbaus nicht (oder nur ausnahmsweise) angesprochen. Die genaue Beschreibung des Wappenmotivs erfolgt statt dessen in der Kunstsprache der Heraldik. Bei der Blasonierung ist die Figur Limesturm so präzise zu beschreiben, dass alle Wappenkünstler heraldisch vergleichbare Wappenaufrisse für ein und dasselbe Wappen erzielen können. Hinweise auf die Nachbildung finden sich unabhängig von der Wappenbeschreibung oft in einer Wappenbegründung beziehungweise in einer Symbolbeschreibung.

Zeltdach

Gewöhnlich wird ein Limesturmfigur mit einem ZeltdachW-Logo.png (PyramidendachW-Logo.png) und einer Galerie (Umgang/Laufgang) an den Aussenseiten des Gebäudes sowie ein, zwei Fenstern (selten mehr) dargestellt. Manchmal wird das Motiv mit eine Tür, die auf die Galerie herausführt, aufgerissen, seltener oder gar nicht mit einer Parterretür. Die Form, Lage und Anzahl der Gebäudeöffnungen (Fenster, Tür, Umgang, Treppe und so weiter) sollten bei der Blasonierung eindeutig, detailliert und so kurz wie möglich beschrieben sein. Die Gebäudeöffnungen eines Limesturms können „geschlossen“ (schwarz tingiert) oder „offen“ sein (so dass die Schild-/Feldfarbe sichtbar ist) beziehungsweise in einer anderen Farbe als die Limesturmfigur erscheinen (zum Beispiel: „silberner Limesturm mit zwei übereinanderstehenden, roten Fenstern“).

Bevorzugt wird das Limesturmmotiv in Wappen freistehend („schwebend“) dargestellt, manchmal mit einem Schildfuß, einem Dreiberg oder einer anderen Standfläche (Boden, Berg, Fels oder ähnlichem) kombiniert, zuweilen erscheint es auch aus dem unteren Schildrand wachsend.

Tingierung von Limesturmfiguren

Die Tingierung der Limesturmfigur folgt den Regeln für heraldische Farben. Die bevorzugte Tingierung aller Limesturmformen ist Rot, gefolgt von Silber und Gold, wobei Limesturmfiguren zuweilen auch in anderen heraldischen Farben erscheinen (z. B. in Blau). Sind Teile der Figur (Dach, Umgang, und so weiter) andersfarbig tingiert, so ist dies anzuzeigen (zum Beispiel: „roter Limesturm mit goldenem Dach“).

Limesturm mit Mauerwerk

Soll ein Limesturmfigur nicht als Holzturm, sondern als Steinturm erscheinen, ist dies zu melden. die Meldung eines Limesturms mit Mauerwerk beziehungsweise „mit Fugen“ kann in folgender Syntax erfolgen:

  • „[Farbeangabe] Limesturm, [Farbeangabe] gemauert“
  • „[Farbeangabe] gefugter [Farbeangabe] Limesturm“

Also zum Beispiel: „Silberner Limesturm, rot gemauert“ oder „rotfugter silberner Limesturm“ (Hinweis: anhand von Funden konnte man nachweisen, dass Limes-Steintürme weiß verputzt waren und eingerissene rote Quaderfugen hatten).[6] In der Darstellung sind die Fugen durch entsprechende Striche aufzureissen. Wird in der Wappenbeschreibung keine Fugenfarbe angezeigt, ist (außer bei einem schwarzfarbigen Limesturm) Schwarz die „normale“ Fugenfarbe; erscheint der Limesturm in Schwarz, werden die Fugen gewöhnlich in Silbern tingiert, wenn in der Wappenbeschreibung keine andere heraldische Farbe gemeldet wird.

Wappenbilderordnung

Weblinks

 Commons: Wachtürme am Limes Germanicus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wappenbeschreibung (Wappenbeschreibung bei www.grosserlach.de; abgerufen am 29. Dezember 2018): „In Gold (Gelb) aus dem Unterrand emporkommend ein roter Limes-Wachtturm, oben beiderseits begleitet von je einem grünen Erlenzweig.“
  2. Wappenbeschreibung des ehemaligen Gemeindewappens: „In blauem Feld auf grünem Hügel ein goldener gemauerter Wachturm.“
  3. Wappenbeschreibung: „In Schwarz ein durchgehendes L (silbern), das ein großformatiges, von einem silbernen Limesturm mit roten Türfüllungen belegtes linkes Obereck ausspart“
  4. Wappenbeschreibung (Eintrag zum Wappen von Burgsalach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen GeschichteW-Logo.png ): „Gespalten; vorne fünfmal gespalten von Schwarz und Silber, hinten in Blau ein hervorkommender silberner Limesturm mit goldenem Dach und goldenem Umgang.“
  5. Wappenbeschreibung (Satzung zum Schutz des Stadtwappens, abgerufen am 30. Juni 2010): „In Rot eine geschweifte goldene Spitze mit einem blauen Limes-Wachturm; vorn ein goldener Eichenzweig, hinten zwei in goldene Notenlinien gesetzte, ebenfalls goldene Achtelnoten.“
  6. Dietwulf Baatz: Die Wachttürme am Limes. Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands. Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern. 1976. S. 23
  7. Anmerkung: In Silber (oder unheraldisch: Blau) auf grünem Boden ein natürlicher (üblich: roter) Limesturm mit durchgehendem Palisadenzaun.
  8. Wappenbeschreibung: „In Gold (Gelb) auf grünem Dreiberg ein roter Turm mit flachem Pyramidendach, vorragendem Umgang und vier schwarzen Fenstern (2:2).“ – Das Wappen zeigt einen Limes-Wachturm.
  9. Wappenbeschreibung: „In Silber über einer gesenkten, gebogenen blauen Leiste, darunter eine rote Weintraube, eine gestürzte, eingebogene rote Spitze, darin ein sechsspeichiges silbernes Rad; vorne ein roter römischer Wachtturm, hinten nebeneinander zwei rote Kesseltürme.“
  10. Wappenbeschreibung (Eintrag zum Wappen von Maierhöfen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen GeschichteW-Logo.png ): „Über einem silbernen Schildfuß mit durchgehendem roten Balkenkreuz in Rot ein silberner römischer Wachturm, schräg gekreuzt belegt mit einem goldenen Schwert und einem goldenen Schlüssel.“
  11. Wappenbeschreibung (Eintrag zum Wappen von Kleinwallstadt in der Datenbank des Hauses der Bayerischen GeschichteW-Logo.png ): „In Silber ein roter römischer Wachtturm mit Zeltdach, oben rechts ein gespaltenes und zweimal von Silber und Schwarz schräglinks geteiltes Schildchen, oben links ein rotes Schildchen, darin ein sechsspeichiges silbernes Rad.“
  12. Wappenbeschreibung: „In Blau rechts ein goldener Limesturm, den zwei von drei wie eine Teilung schräglinks ansteigende silberne Palisaden überdecken. Die beiden linken Palisaden belegt von einem roten Löwenkopf.“