Passionsnagel

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1591: Passionsnagel
(Amtsstadt Nagold)
Passionsnägel in der bildenden Kunst
 
 
 

Der Passionsnagel (auch Heiliger Nagel genannt; engl.: passion-nail) ist in der Heraldik eine gemeine Figur und kommt in Wappen nicht häufig vor.

Darstellung

Grundsätzlich unterscheidet sich das Wappenmotiv Passionsnagel nicht von der gemeinen Figur Nagel.

passion-nail (..): oben dreieckiger, unten spitzer Nagel (vom Kreuze Christi)“

Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften: Wappenbilderordnung (1990-1996)[1]

Nagelkopf und der Rest des Passionsnagels erscheinen in Wappen oft facettiert. Die Wappenfigur wird nicht nur in Ein-, sondern auch in Mehrzahl dargestellt (gewöhnlich in Dreizahl, da in der überlieferten Form Jesus mit mindestens drei Nägeln gekreuzigt wurde). Es gibt Wappen mit mehr als drei Passionsnägeln, wie das Wappen der französische Gemeinde Maillane. In Fünfzahl symbolisiert das Motiv außerhalb der Heraldik die fünf Wunden des Gekreuzigten. Die Anordnung mehrerer Passionsnägel im Wappen ist sehr verschieden, erfolgt aber immer nach den Regeln gemeiner Figuren in Mehrzahl. Die Darstellung eines Passionsnagels erfolgt vorrangig in der Tinktur Silber, gleichwohl sind auch andere heraldische Farben gebräuchlich. Manchmal werden die Passionsnägel mit anderen Passionswerkzeugen wie Dornenkrone, Kreuz, Schweißtuch oder ähnliches im Wappen dargestellt.

Varianten

Zuweilen erscheinen die Heiligen Nägel in stark abgewandelter Form in Wappen. Beispielsweise zeigt das Wappen von Carpentras auf rotem Grund das Heilige ZaumzeugW-Logo.png, das sind ein oder mehrere silberne Nägel, die in Form einer Trense ausgearbeitet sind. Das Wappenmotiv spielt auf die Legende an, nach der die heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins des Großen, aus einem oder mehreren heiligen Nägeln ein Utensilie zur Pferdeführung für das Pferd ihres Sohnes schmieden ließ, damit dieser keinen Krieg mehr über die Welt bringt, sondern Frieden[2].

Symbolik

  • Im Wappen des Papstes Franziskus symbolisieren drei schwarze Nägel vorgeblich die jesuitischen Ordensgelübde der freiwilligen Armut, der ehelosen Keuschhei und des Gehorsams.[3]

Wappenbilderordnung

  • Der Passionsnagel wurde zusammen mit dem (gemeinen) Nagel in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Handwerksgerät unter der Nr. 9342 aufgenommen.

Symbolik

Außerhalb des Wappenwesen erinnern zum Beispiel zur Osterzeit fünf an Kerzen zum Kreuz gesetzte (rote) Punkte an die Passionsnägel.

Literatur

  • Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut Leipzig, 1984

Einzelnachweise

  1. Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo, hrsg. vom Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin. Bearb. von Jürgen Arndt und Werner Seeger, 2 Bde, 2. ergänzte u. berichtigte Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1990-1996 (kurz: WBO). Bd. 1.: Wappenbilder; Bd. 2: General-Index.
    Editorische Notiz: Zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner (Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890). S. 236.
  2. Martin Biermann: Die Leichenreden des Ambrosius von Mailand
  3. Heiligenlexikon.