Rebmesser

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Hippe (oder Sichel) mit rotem Griff
(Codex Manesse, 1300/1340)
Rebmesser aus Istrien

Ein Rebmesser (auch Winzermessser, Hippe, Hape, Heppe, Knipp, Säsle, Sesel, Gertel oder anders genannt) ist in der Heraldik eine gemeine Figur, die dem Werkzeug zum Beschneiden der Reben eines Weinstocks und zum Ausschneiden der Weinbeeren bei der Traubenlese nachempfunden ist.

Darstellung

Rebmesser besitzen eine einschneidige, hakenförmige Klinge, die auf der Innenseite der Krümmung geschärft ist. In der Heraldik wird teilweise differenziert zwischen:

Heppe (Tafel XXX. Figur 54.): das heißt ein krummes Messer zum Abschneiden von Zweigen, Schösslingen etc., sieht der Sichel sehr ähnlich, hat aber einen anderen Griff und größere Biegung. Das Wappenbild der Reichharting bei Siebmacher dürfte auch eher Heppe wie Sichel sein.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

„Das Winzermesser (Tafel XXX. Figur 55.): vorzugsweise in Weinbergen gebraucht.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

„Das Weinmesser (Tafel XXX. Figur 56.): von letzerem nur dadurch zu unterscheiden, dass jenes noch eine Spitze hat. Auch die Formen Figur 56. und 57. kommen vor.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Galerie

Verbreitung und Symbolik

Rebmesser auf einem Steinschieber

Ein Rebmesser ist ein häufiges Motiv in den Wappen Weinbau betreibender Gemeinden, seltener ist es in Familienwappen zu finden.

Es taucht in Weinbaugebieten häufig als Symbol des Winzerstandes in Steinmetzarbeiten auf, so vor allem in Torschlusssteinen alter Winzerhöfe oder an anderen markanten Stellen von Gebäuden, etwa an Steinschiebern von Kellerfenstern. Zwei gekreuzte Weinbergshapen zieren ein Wappenfenster in der Heilbronner Kilianskirche von 1487.[2]

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Winzermesser in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Darstellungen von Rebmessern auf Steinkreuzen, Wappenfenster oder Torbogen


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Rebmesser“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 8. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.