Schlackengabel

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Schlackengabel
 
1843: dient zum Abwerfen der Schlacke
 
18 Jhr.: Schräggekreuzte Schlackengabeln
(Wappen des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt auf Landesgrenzstein 93, Rennsteig; Standort50.510.975472222222)

Die Schlackengabel (auch Schlackenstange, Ofengabel, Abwerfgabel, Streugabel, Firke, Forke, Furkel. Krücke, Schaufel, Kratze oder ähnlich genannt beziehungsweise Frischgabel, wenn sie vorrangig beim FrischenW-Logo.png benutzt wird) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Darstellung

Die Schlackengabelfigur ist, heraldisch stilisiert dem gleichnamigen Werkzeug nachempfunden, das zum Arbeitswerkzeug der HüttenleuteW-Logo.png gerechnet wird. Letzteres ist aus Metall, vorwiegend zweizinkig und dient zum Abheben/Abwerfen der Schlacke nach dem Schmelzprozess in der Metallurgie. Dazu wird die Schlacke mit dem Schlackenhaken gelockert.

Schwarzburger Gabel

Schlackengabel im unteren Teil des Gesamtwappens des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt
Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mit Schlackengabel

Im Wappenwesen erscheint die Schlackengabelfigur vor allem in den Wappenaufrissen derer von SchwarzburgW-Logo.png beziehungsweise in Wappenderivaten, die vom Schwarzburger Wappens abgeleitet sind (zusammen mit einer scheibenartigen Helmzierfigur, unten mit Zapfen besetzt, die später fälschlich als Kamm/Roßkamm/Rechen interpretiert wird).

Heute geht der überwiegende Teil der Literatur davon aus, dass der Ursprung der zweizinkigen „Schwarzburger Gabel“ in der Bergbau- und Hüttenindustrie des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts liegt. Sie erscheint damals auf Münzen in Verbindung mit der Löwenfigur aus dem Stammwappen der Schwarzburger („Schwarzburger Silberpfennige“). Es wird angenommen, dass das Motiv als Abzeichen des Hüttemannstands und des Silberhüttenbetriebs die Schwarzburgische Münzhoheit/-gerechtigkeit bekundet. Zwischen ca. 1552/1572 und 1865 ist es auf vielen Landesgrenzsteinen als Grenzmarkierung zu finden (insbesondere auf dem RennsteigW-Logo.png). Erst 1569 nahmen die Schwarzburger -- ohne Mitwirkung der Reichskanzlei -- die Schlackengabel quer gelegt in den abgesonderten Schildfuß ihres Wappens auf.

Historische Ursprungsdeutungen
Über den Ursprung der „Schwarzburger Gabel“ gibt es in der historischen Literatur unterschiedliche Ansichten. Teils leitet man sie von Hausmarken ab, teils von Goldwäschergeräten (genauer von Seifengabeln, da die Goldsuche im SchwarzatalW-Logo.png verbreitet war), teils von Baustücken aus der Holzkonstruktion[1], teils von Stallgabeln (vom vorgeblichen Reichsstallmeisteramt herrührend) oder anderen bäuerlichen Gabeln sowie von Holzkohlegabeln, wie sie in der Holzköhlerei gebräuchlich waren.

Das Kreiswappen des Landkreises Saalfeld-RudolstadtW-Logo.png erinnert noch an die alten Wappen der ehemaligen Fürstentümer Schwarzburg-RudolstadtW-Logo.png und Schwarzburg-SondershausenW-Logo.png. Im gevierten Schild Feld 1 und 4 sind je eine rote Streugabel (Schlackengabel) über einem roten Kamm. Auch im Wappen von MasserbergW-Logo.png sind zwei Gabeln gekreuzt im rechten oberen Feld.

Weitere Beispiele

Siehe auch

Weblinks

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Das Haus Schwarzburg. Entwicklung des Schwarzburger Wappens.

 Commons: Wappen der Familie von Schwarzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Handbuch der Eisenhüttenkunde, von Karl Johann Bernhard Karsten, veröffentlicht von der Curtschen Verlagsbuchhandlung, Halle 1816

Einzelnachweise

  1. Julius Weiske: Rechtslexikon für Juristen aller teutschen Staaten enthaltend die gesammte Rechtswissenschaft: Thüringische Staaten - Schluß des U. 11. Band. Leipzig. 1857. S. 283