Dreizack (Heraldik)

Aus Heraldik-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel behandelt den Dreizack als Wappenfigur;
Dreizack
 
Zwei schragenweise gekreuzte Dreizacke
(nach Siebmacher, 1889)
 
Dreizack-Eisen (ohne Stiel)
(nach Siebmacher, 1889)
1450-1580: Dreizack-Eisen im Wappen derer von Krottendorf
alternative Beschreibung
1604: Dreizack-Eisen im Wappen derer von Ebnet (nach Siebmacher)
alternative Beschreibung
1475–1500: Zwei schräggekreuzte Dreizacke (nach Wernigeroder Wappenbuch)

Der Dreizack (auch „Fischspeer“; französisch trident; englisch trident; lateinisch fuscina tridens; bei Gritzner auch Ger genannt (französisch lance; englisch lance), ist in der Wappenkunde (Heraldik) eine seltene gemeine Figur.

Darstellung

Der Dreizack kommt – heraldisch stilisiert – als Wappenfigur in unterschiedlichen Formen zur Anwendung. In den heraldischen Darstellungen und Abstraktionen ist einen breiter Gestaltungspielraum feststellbar ist und durch die Stilisierung nicht immer ersichtlich, ob die Wappenfigur der Waffe DreizackW-Logo.png oder einem FischspeerW-Logo.png nachempfunden ist. Sind die Zackenspitzen zum Schildfuß gerichtet, so wird er als gestürzt beschrieben.

Ger (Dreizack) (Tafel XXV. Figur 71.) hauptsächlich zum Fischstechen benutzt, das Wappenbild der Hopfgarten, von den Gabelentz, sowie anderer Familien bildet. Auch das Ger-Eisen kommt vor (Figur 72.).“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Dreizack als Nebenfigur

16. Jhr.: Wilder Mann mit Dreizack (Wappen Geroldt; nach Ströhl, 1899)
Poseidons Dreizack

Im Wappen erscheint der Dreizack zuweilen auch als Nebenfigur (wird zum Beispiel von einer anderen Wappenfigur gehalten, spiest einen Fisch auf oder ähnliches).

Varianten

Dreizackkreuz

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Dreizackkreuz
Bei einem Dreizackkreuz oder Gereisenkreuz erscheinen die Kreuzarmeenden in den Dreizack auslaufend.
Beispiel: Dreizackkreuz / Gereisenkreuz
Muster-Dreizackkreuz.png

Tryzub

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Tryzub
Das Wappen der Ukraine zeigt eine entwickelte Form eines Jahrhunderte alten Dreizähner bzw. Dreizack. Es wird Tryzub genannt.
Beispiel: Die Tryzub im ukrainischen Wappen
Lesser Coat of Arms of Ukraine.svg

Verbreitung

In der Flagge von BarbadosW-Logo.png ist ein Dreizack abgebildet.

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Weblinks

Commons: Dreizack in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Walter Leonhard: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung. Callway, München 1978, ISBN 3-8289-0768-7, S. 269; mit Figur 180, 236, 240 (Genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH: Bechtermünz, Augsburg 2000).

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Eintrag zum Wappen von Egling an der Paar in der Datenbank des Hauses der Bayerischen GeschichteW-Logo.png
  3. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  4. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 45/1955. (Digitalisat)
Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Dreizack_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 30.Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.