Pfanne (Heraldik)

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(Schrägrechte) Pfanne (nach WBO, Nr. 9124)

Der Oberbegriff Pfanne (von althochdeutsch p(h)anna, das auf lateinisch patina „Schüssel, Pfanne“ und griechisch patánē (πατάνη) „Schüssel“ zurückgeht; auch Bratpfanne; frz.: poêle; engl.: [frying] pan) bezeichnet im Wappenwesen einerseits eine Gruppe von Wappenfiguren, die flachen Gefäßen (zum Braten, Sieden, Kochen) nachempfunden sind („die Pfannen“W-Logo.png); andererseits steht er für eine seltene gemeine Figur, deren genaue Form und Erscheinung trotz einiger Ansätze in der heraldischen Literatur nicht systematisch, konsistent und erschöpfend bestimmt ist.

Darstellung

Pfannen erscheinen im Wappenwesen in unterschiedlicher Form. Ihre Darstellung im Wappen folgt zum Beispiel einem bestimmten Zeitgeist, einer regionalen Pfannenform oder womöglich dem subjektiven Geschmack des Wappenführenden/Wappenkünstlers. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Grundformen sind fließend, Hybridformen sind möglich. Eine spezielle Pfannenausprägung sollte stets unter Verwendung eines Eigennamens und/oder der besonderen Charakteristika gemeldet werden (zum Beispiel Dalkenpfanne, Fischpfanne, Schneckenpfanne, quadratische Pfanne). Die Pfannenfiguren erscheinen in Wappen ursprünglich heraldisch stilisiert in DraufsichtW-Logo.png (von oben betrachtet), wodurch die Motive manchmal schwer erkennbar oder mit anderen Wappenfiguren leicht zu verwechseln sind; erst in neuerer Zeit werden Pfannen im Wappenschild im geringem Maße räumlich dargestellt, was die Identifizierbarkeit des Motivs sichtlich verbessert.

(Gemeine) Pfanne

Wird in der Wappenbeschreibung lediglich der Ausdruck „Pfanne“ oder „Bratpfanne“ verwendet, gilt die Wappenfigur als weitgehend „unbestimmt“, wodurch der aufreißende Wappenkünstler an keine exakt vorgegebene Pfannenausprägung gebunden ist. Im Prinzip kann er jede überlieferte mittelalterliche „Pfannenform“ im Wappen darstellen. Die Ausrichtung der Figur Pfanne ist zu melden, wenn sie vom Standard abweicht. Normalerweise steht der Pfanne im Wappen senkrecht beziehungsweise pfahlweise, wobei ein kurzer Griff zum unteren Schildrand zeigt und die eigentliche (runde) Pfanne mit dem (runden) Pfannenboden darüber erscheint. Ist der Griff zu einem Haken ausgeschmiedet, sollte dies angezeigt werden. Die Pfanne erscheint hauptsächlich in Ein- oder Zweizahl im Wappen. Eine größere Anzahl ist selten. Bei Mehrzahl sollte die Stellung der einzelnen Pfannen im Schild/Feld zueinander gemeldet werden (zum Beispiel: „zwei über eins“, 2:1 oder -- wie im Wappen der Familie Pfannes [DRW, Nr. 6191/67] -- „zwei schräggekreuzte Pfannen“ et cetera). Die Figur Pfanne erscheint in Wappen bevorzugt in Schwarz, kann aber in jeder anderen heraldischen Farbe tingiert sein. Sind der Innenteil oder die Handhabe der Figur andersfarbig tingiert, ist dies zu melden. Manchmal ist das Wappenmotiv Pfanne eine Nebenfigur, die zum Beispiel von einer Hand gehalten wird.

Dalkenpfanne

Die Dalkenpfanne (regional und mißverständlich auch Muldenpfanne, Holhippeneisen, Kräpfeleisen oder ähnlich genannt) ist in der Heraldik eine gemeine Figur, die vorwiegend im Zusammenhang mit dem Wappen oder Derivaten derer von Holeneck/Hollenegg erscheint.

Sertage

Eine quadratische Pfanne (die Sertage) erscheint im Wappen des portugiesischen Ortes Sertã.

Salzsiedepfanne

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Salzsiedepfanne

„Pfanne“ im Wapppen von Eschollbrücken?

Im ersten Gerichtssiegel von Eschollbrücken aus dem Jahre 1581 erscheint eine Wappenfigur, dessen Deutung unklar ist. Die Vermutung, dass es sich bei der Figur um eine Pfanne handeln könnte, wird nur noch selten oder gar nicht mehr vertreten. Andere Annahmen gehen davon aus, dass es sich im eine Ringflasche, um ein HalseisenW-Logo.png (Symbol der Gerichtsbarkeit), um eine vergessene Hausmarke bzw. ein unbekanntes Ortzeichen oder um zwei miteinander verbundene Kreise handelt, die auf die Burg der Herren von Eschollbrücken und deren Landgut verweisen.[1]

Wappenbilderordnung

  • Die Pfanne wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Andere Erzeugnisse von Menschenhand: Haus- und Küchengeräte unter der Nr. 9124 aufgenommen.

Symbolik

Innerhalb des Wappenwesens eignet sich die gemeine Figur Pfanne als redendes Motiv für die Familienamen Pfann, Pfander, Pfannmus, Pfannenstiel, Pfannenschmidt oder ähnlich.

Weblinks

 Commons: Frying pans in heraldry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vgl.: Wappen Eschollbrücken]. Internet: www.pfungstadt.de. Abgerufen am 06. Dezember 2015.