Sachsen (Heraldik)

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Adlerflügel
 
Saxen nach rechts gekehrt
 
Saxen aufwärts gekehrt

Als Sachsen des Flügels (auch Achseln genannt; in älterer Schreibweise Saxen; frz.: dossier; engl.: leading edge) bezeichnet man in der Heraldik die mit Federn besetzten Flügelknochen des Adlers.

Sachsen, Achseln: Flügelknochen des Adlers, an denen sich die Federn befinden. Die Sachsen bilden den inneren, die Federn den äußeren Teil der Flügel.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

Die Stellung der Sachsen/Saxen dient in der heraldischen Kunstsprache als Positionsangabe für Flügel, Flüge und insbesondere für Adlerfügel. Die Ausdruck „Saxen rechtsgekehrt“ bedeutet, daß beispielsweise ein Flügel mit den Flügelspitzen nach heraldisch links dargestellt wird, der Flügelknochen („Sachsen“) des Flügels dagegen auf der heraldisch rechten Seite erscheint.

Beim offenen Flug können sich die Sachsen so gegenüber stehen, daß die Federnseite nach außen zeigt. Die Sachsen werden dann als einwärts oder gegeneinander gekehrt beschrieben.

Ornamentierung

 
Adlerflügel, Saxen, aufwärts gekehrt, rechts mit Adlerkopf ornamentiert.
Dreiköpfiger Adler (Reinmar von Zweter, aus Codex Manesse)

Unter wappenkünstelerischen Aspekten werden manchmal Verzierungen auf den Saxen angebracht (zum Beispiel ein Adlerkopf). Im Wappen der Familie Reinmar von Zweter hat der Adler drei Köpfe, wobei zur normalen Mittelanordnung eines Kopfes je ein Kopf auf den Sachsen aufgesetzt ist und diese sich anschauen. Im Burgenländischen Wappen erscheint dagegen ein Kreuze auf den Sachsen. Derartige Ornamentierungen der Saxen sollten gemeldet werden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 339.
  2. Quelle: Pommersches Wappenbuch
    Blason:
    In Silber 2 zugewendete schwarze Adlerflügel gestürzt; die Saxen in Katzenköpfe endend.
    Helm: 3 Straussfedern silber-schwarz-silber.
    Wulst und Decken: Schwarz-silbern.
    Unter dem Schild ein Band mit der Devise "Tout au Deviar".