Flechtgitter (Heraldik)

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Flechtgitter
(Familie Guicaznou)
Wappen des Marschall von Bieberstein
 
Schräggitter (unverflochten)
 
Flechtgitter („verflochtenes Schräggitter“)
Fadengitter
 
Wappen von Daun
 
Schräges Fadengitter (Wappen derer von Merveldt)

Das (schräge) Flechtgitter (auch verflochtenes Schräggitter oder anders bezeichnet; frz.: fretté; engl: fretty) ist in der Heraldik ein Heroldsbild, das dem Schräggitter ähnelt, aber im Gegensatz zu diesen nach der Methode „Oben-Unten-Oben“ (beziehungsweise „Unten-Oben-Unten“) aus ineinander verflochtenen Elementen besteht.

Darstellung

Flechtgitter

Bei einem Flechtgitter überzieht eine meist nicht zu meldende Anzahl gitterförmig miteinander verflochtener (rechter und linker) Schrägbalken gleichmäßig ein Feld oder die Schildfläche, wodurch ein Muster mit einer Art Rauten entsteht, die durch die ineinander verflochtene schrägen Elemente begrenzt sind.

„Das Flechtgitter (Tafel X. Figur 103.): bestehend aus gekreuzten und mit einander verflochtenen Schrägbalken. Für gewöhnlich werden die einzelnen Stäbe des Gitters nicht gezählt, ausgenommen da, wo es nur wenige und ausnahmsweise breite sind, so zum Beispiel bei Figur 104., wo man das Gitter als „breites“ oder „aus 3 Paar Stäben bestehend“ ansprechen kann. Außerdem ist es hier auch noch, wie bei den Schiffsplanken, „genagelt“. --“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Fadengitter

Wird ein Feld oder der Schild gleichmäßig von gitterförmig miteinander verflochtenen (rechten und linken) schmalen Schrägfäden überzogen, ist in der heraldischen Literatur auch die Bezeichnung Fadengitter gebräuchlich.

„Das Fadengitter (Tafel X. Figur 102.): da heißt eine ungezählte Anzahl gitterförmig gekreuzter Schrägfäden (..) Ähnlich, nur das Ganze aus Fäden bestehend und der Schragen abgekürzt und in Bögen ausgezogen ist das eigentümliche Wappenbild der Familie von Knopäus in der Rheinprovinz (Tafel X. Figur 106.). Diese Figur dürfte vielleicht als schwebendes Fadengitter mit 4 bogenförmigen Enden bezeichnet werden können, ist aber jedenfalls Unicum.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Verflochtener Schragen

Als eine Form von Flechtgitter wird auch ein Schragen betrachtet, der mit einer Fensterraute verflochten ist.

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Knotenkreuz

„Tafel X. Figur 105. ist ein geschmälerter, mit Fensterraute verflochtener Schragen (Leistenschragen), aber hinsichtlich seiner Zusammensetzung lediglich als Gitter zu betrachten.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Galerie

Abgrenzung

Kein Flechtgitter, bei dem die Elemente schräg verflochten sind, sondern ein „geflochtenes Gitter“ (rechtwinklig geflechtet)
  • Das „(schräge) Flechtgitter" wird in der heraldischen Literatur oder in Wappenbeschreibungen nicht immer konsistent von dem Gitter, dem Schräggitter oder anderen gitterartigen Heroldsbildern abgrenzt. Es kann sein, daß ein und dasselbe Wappen in unterschiedlichen Wappendarstellungen mal mit einem „Flechtgitter“ erscheint, ein anderes mal mit irgend einem anderen gitterartigen Heroldsbild.
  • Beim Flechtgitter sind die verflochtenen Elemente in Anlehnung an die Technik des FlechtensW-Logo.png grundsätzlich nicht rechtwinklig zugeführt. Rechtwinklig verflochtene Wappenfiguren lehnen sich an das Heroldsbild Gitter an und sind als solche zu melden (zum Beispiel als „geflochtenes Gitter“).
HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Gitter (Heraldik)

Wappenbilderordnung

Das Flechtgitter wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Schrägkreuze unter der Nr. 0705 aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Flechtgitter in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Schilde mit Flechtgitter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.