Flechtgitterkreuz

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Das Flechtgitterkreuz (frz.: croix entrelacée; engl: cross quadruple-parted and fretty) ist in der Heraldik ein Kreuz, das aus schmalen Stäben gebildet wird, die im Kreuzzentrum wie verflochten erscheinen. Teile der heraldischen Literatur ordnen das Motiv den Heroldsbildern zu.

Darstellung

Das Flechtgitterkreuz ist eine Kreuzform, die bevorzugt in Form von acht schmalen Stäben erscheint, von denen je 4 übereinandergelegt und im Überschneidungszentrum in der Form „oben-unten-oben“ oder „unten-oben-unten“ miteinander „verflochten“ sind. Sind weniger oder mehr Elemente miteinander verflochten, so kann dies unter Angabe der Anzahl gemeldet werden, zum Beispiel:

  • Flechtzwillingskreuz (auch verflochtenes Zwillingskreuz oder ähnlich genannt): Vier Stäbe sind miteinander verflochten.
  • Flechtdrillingskreuz (auch verflochtenes Drillingskreuz oder ähnlich genannt): Sechs Stäbe sind miteinander verflochten.
  • Flechtgitterkreuz (oder ähnlich): Acht Stäbe sind miteinander verflochten.
  • Geflochtenes Gitter (oder ähnlich): keine Kreuzform, sondern der Schild oder das Feld sind gleichmäßig mit verflochtenen Elementen „gegittert“.

Die Stäbe können unterschiedlich tingiert sein. In diesem Fall sind die Farben der einzelnen Elemente exakt zu melden .

Flechtkreuz

Ein Flechtzwillingskreuz, dessen einzelne Stäbe ganz eng beziehungsweise ohne Zwischenraum miteinander verflochten sind, nennt die neuere Heraldik Flechtkreuz[1][2]:

Flechtkreuz: gemeines Kreuz, das durch dünne Linien wie geflochten erscheint.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

Wappenbilderordnung

Das Flechtgitterkreuz wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Kreuze unter der Nr. 0305 aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Flechtgitter in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Schilde mit Flechtgitter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 131/132
  2. Leonhard, Walter: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung, Bechtermünz-Verlag 2003. ISBN 3-8289-0768-7. S. 153.