Sternbesetztes Kreuz

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Sternbesetztes Kreuz
 
(gemäß WBO, Code 0377)
 

Sternbesetztes Kreuz (frz.: croix aléseé, les extrémités accolées d'étoiles; engl.: cross with earch arm terminating in a mullet) ist in der Heraldik ein seltenes Kreuz, dessen vier Armenden mit je einem Stern besetzt sind.

Darstellung

Das Sternbesetzte Kreuz erscheint gewöhnlich als griechisches Kreuz, bei dem die vier Arme am Ende mit je einem Stern in der gleichen heraldischen Farbe „besetzt“ sind. Werden die Sterne in einer anderen Tingierung als das Kreuz dargestellt, ist dies zu melden.

Je nach lokaler Wappenkultur/-mode kennt die heraldische Literatur unterschiedliche Empfehlungen/Vorlieben, was die Darstellung der Sterne anbetrifft, mit denen die Kreuzarme besetzt sind. Die Wappenbilderordnung des Herold empfiehlt einen fünfstrahligen Stern, wobei ein Strahl zum Schildrand zeigt und zwei andere Strahlen die Armenden des Kreuzes „besetzen“ und in Richtung Kreuzmitte gerichtet sind. Bei Walter Leonhard und im Siebmacher wird dagegen ein sechstrahliger Stern favorisiert; ein Strahl des sechstrahligen Sterns berührt das Kreuz in Richtung Kreuzmitte, einer zeigt zum Schildrand (je zwei gegenüberliegende zeigen in die restlichen Richtungen).

Im deutschsprachig geprägten Wappenwesen erscheint, wenn nicht anders gemeldet, das sternbesetze Kreuz in der Regel mit sechsstrahligen Sternen, im romanisch und englischsprachig geprägten dagegen mit fünfstrahligen Sternen. Alle Wappenkulturen kennen und erlauben Abweichungen von diesen Empfehlungen, die, falls vorhanden, genau beschrieben werden sollten.

Sternbesetztes Kreuz (Tafel VI. Figur 44.) dessen 4 Arme am Ende mit (..) Sternen besetzt sind.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Varianten

Grundsätzlich können auch andere Kreuzformen mit Sternen besetzt sein. Die genaue Kreuzform ist gegebenenfalls in der Wappenbeschreibung anzuführen. Beispielsweise ein

Verbreitung

Die Wulster von Kreuzberg in Bayern führten ein sternbesetztes Kreuz.

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.