Endgekerbtes Kreuz

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Endgekerbtes-Kreuz
(gemäß WBO, Nr. 0344)
Kerbe in einem Baum (vermutlich Fotomontage)
Illustrationsbeispiel

Das endgekerbte Kreuz (frz.: croix à plusieurs points; engl.: cross fitchy double oder cross biparted) ist ein gemeines Kreuz, dessen vier Armenden jeweils mit einer dreieckigen KerbeW-Logo.png (entspricht „einem Zahn“ des Zahnschnitts) in Richtung Kreuzmitte eingeschnitten sind.

Das endgekerbte Kreuz wird in der heraldischen Literatur unter anderem den Sonderformen Kreuz zugeordnet oder den Heroldsbildern (wenn das endgekerbte Kreuz bis zu den Schildrändern reicht) respektive den gemeinen Figuren (wenn es nicht bis zu den Schildrändern reicht, es also schwebend im Wappen erscheint).

Darstellung

Ein Kerbe eines Armes des endgekerbten Kreuzes entspricht in etwa einem gleichseitigen geometrischen Dreieck, bei dem alle Winkel 60° betragen. Allerdings ist dies keine bindende heraldische Regel. Vielmehr steht es dem Wappenkünstler frei, die Winkel der Kerbe zum Nutzen der ästhetischen Gesamtharmonie eines Wappens abzuändern. Es versteht sich von selbst, daß aus symmetrischen Gründen alle vier Kerben gegebenenfalls in der gleichen Weise abgeändert werden sollten.

(End)gekerbtes Kreuz (Tafel VI. Figur 46.): ist ein Kreuz, welches an den Enden der 4 Arme einen triangelförmigen Kerbschnitt hat.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Varianten

Vom endgekerbten Kreuz sind eine Reihe von unterschiedlichen Kreuz-Varianten zu unterscheiden. Erscheinen beispielsweise zwei Kerben pro Kreuzarmende, spricht man von einem doppelendgekerbten Kreuz.

Varianten (gemäß Siebmacher)

„Bei Figur 47. ist (endgekerbte Kreuz) außerdem breitendiges und fussgespitztes Kreuz.
Figur 48. hat an jedem Armende 2 Kerben, heißt also doppelgekerbtes und ist breitendig.
Nehmen die Kerbe zu, so heißt es endgezahntes Kreuz (Figur 49.).“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Malteserkreuz / Johanniter(ordens)kreuz

„Man kann ein Kreuz, welches in der Gestalt wie Figur 46., aber nur einen Kerb hat, als Johanniterkreuz ansprechen, obwohl das eigentliche Johanniter- (oder Malteser-) Kreuz in der Mitte ganz spitz zuläuft (Figur 50.). Dasselbe wird gewöhnlich im roten Schilde angebracht. Ein wie Figur 51. (zum Beispiel im Graf Lehendor'schen Wappen) vorkommendes Kreuz mit Preussischen Adlern in den Ecken müssen wir dagegen als Johanniter-Ordenskreuz ansprechen.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]
HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Johanniterkreuz

Wappenbilderordnung

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.