Wolkenkreuz

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1978/2000: Wolkenkreuz (nach Walter Leonhard)[1]

Das Wolkenkreuz (frz.: croix entée; engl.: cross nebuly) ist in der Heraldik eine Wappenfigur, die in Form eines gemeinen Kreuzes erscheint, dessen Begrenzungslinien den Wolkenschnitt aufweisen.

Das Wolkenkreuz wird in der heraldischen Literatur unter anderem den Sonderformen Kreuz oder den Heroldsbildern zugeordnet (wenn die Kreuzarme bis zu den Schildrändern reichen) respektive den gemeinen Figuren (wenn die Kreuzarme nicht bis zu den Schildrändern reichen, es also schwebend im Wappen erscheint).

Darstellung

Das Wolkenkreuz erscheint gewöhnlich als gemeines Kreuz, dessen Arme aus vier heraldischen Wolken geformt sind:

Wolkenkreuz: aus vier heraldischen Wolken gebildetes Kreuz.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[2]

Gegenwolkenkreuz

Ein Wolkenkreuz ist von Kreuzen zu unterscheiden, bei denen die Begrenzungslinien im Wolkenschnitt geformt oder geführt sind. Beim „(gemeinen) Wolkenkreuz“ kombiniert man nur vier Wolken miteinander und das Motiv erscheint gewöhnlich in Form eines schwebenden Kreuzes im Wappen; bei einem Kreuz mit Wolkenschnitt bestehen die Kreuzarme dagegen aus einer unbestimmten Anzahl von Wolken und das Motiv basiert gewöhnlich auf der Form eines „gemeinen Kreuzes“. Beispielsweise erscheint ein „Kreuz im Gegenwolkenschnitt“ mit einer unbestimmte Anzahl heraldischer Wolken, die pfahl- und balkenweise miteinander kombiniert sind - und zwar so, das sich die einzelnen Wolken direkt gegenüber liegen. Ein „Kreuz im Gegen-Wolkenschnitt“ unterscheidet sich wiederum von einem „Kreuz im Wechsel-Wolkenschnitt“, bei dem sich die einzelnen Wolken nicht direkt gegenüberliegen.

Wolkenkreuz (Tafel V. Figur 109.): in Wolkenlinien geführt. (Hier sind ausnahmsweise die Wolkenköpfe nicht alternierend).“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Wolkenkreuze können in allen heraldischen Tinkturen im Wappen auftreten.

Besonderes Wolkenkreuz/Wolkenschrägkreuz

Ein Wolkenkreuz (bzw. ein Wolkenschrägkreuz) kann „verdreht“ in einem Wappen erscheinen oder einen Eigennamen besitzen. Zum Beispiel wird die Figur im Wappen/Logo der LombardeiMuster-Kreuz-inv.png (entworfen von Pino TovagliaMuster-Kreuz-inv.png, Bob NoordaMuster-Kreuz-inv.png, Roberto SambonetMuster-Kreuz-inv.png und Bruno MunariW-Logo.png) in der Wappenbeschreibung von 1972 als „Camunische Rose“ (rosa camunaMuster-Kreuz-inv.png) bezeichnet (das ist ein prähistorisches Sonnensymbol, das einigen protokeltischen Völkern gemeinsam ist und in 94 der rund 140.000 Felszeichnungen des Val Camonica in der Provinz Brescia dargestellt wird). Besondere Wolkenkreuze/Wolkenschrägkreuze sollten stets mit ihren speziellen Merkmalen beziehungsweise mit ihrem Eigennamen in einer Wappenbeschreibung gemeldet werden (zum Beispiel: „Di verde, alla Rosa camuna d'argento“; .

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Einzelnachweise und Literatur

  1. Walter Leonhard: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung. Callway, München 1978, ISBN 3-8289-0768-7, S. 288, Figur 22 (Genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH: Bechtermünz, Augsburg 2000).
  2. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 449.ISBN 978-3-411-02149-9
  3. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 35.