Stufengiebelschragen

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Stufengiebelschragen
 
In Form von vier schragenförmig gestellten Stufengiebeln
 
Einem quadrierten, schwebenden Andreaskreuz nachempfunden

Der Ausdruck Stufengiebelschragen (auch Staffelgiebelschragen, Mauergiebelschragen, Treppengiebelschragen oder Katzentreppenschragen) ist in der Heraldik nicht verbreitet. Er leitet sich aus systematischen Gründen aus dem Begriff für die gemeine Figur Stufengiebel ab und bezeichnet jene Schragenformen, die sich aus einem Stufengiebelkreuz konstruieren lassen, wenn dessen vier Arme um 45 Grad gedreht erscheinen.

Stufengiebelschragen unterscheiden sich je nach der Grundform, der sie nachempfunden beziehungsweise nachgebildet sind und durch die Anzahl der Ab-/Aufstufen:

  • Der quadrierte (Stufengiebel-)Schragen erscheint als Andreaskreuz, das in seinem Zentrum mit einem Kantenwürfel zusammengesetzt (beziehungsweise mit einem auf der Ecke stehenden Quadrat „quadriert“) ist. Je Kreuzarm ist diese Form des Stufengiebelschragens nur ein Mal stufenförmig gegliedert.
  • Als Stufengiebelschragen kann man auch eine Figur bezeichnen, die mit vier schragenweise zueinander gestellten Stufengiebeln dargestellt wird und wie mit einem kantenwürfelartigen leeren Platz im Zentrum „durchbrochen“ wirkt. Die einzelnen Stufengiebel können mehrfach auf- beziehzungsweise abgetreppt sein.

Die genaue Ausprägung des Stufengiebelschragen sollte, um Mißverständnisse zu vermeiden, detailliert gemeldet werden, auch wenn dies gegen die gebotene Kürze bei einer Wappenbeschreibung verstößt.

Stufengiebelschragen („quadriertes“ Andreaskreuz)

Der Stufengiebelschragen wird unter anderem den Sonderformen Schrägkreuze oder den gemeinen Figuren zugeordnet (wenn der Stufengiebelschragen nicht bis zu den Schildrändern reicht, er also schwebend im Wappen erscheint) respektive den Heroldsbildern (wenn der Schragen bis zu den Schildrändern reicht).

In der Heraldik ist die Seitenlänge des Kantenwürfels des Stufengiebelschragens nicht mathematisch exakt vorgegeben. In Abhängigkeit vom vorhandenen Platz und der Gesamtharmonie des Wappens können Wappenkünstler den Kantenwürfel im Zentrum des Schragens schmaler oder weiter ausführen. Es ist möglich, den kantenwürfelartigen Platz in der Mitte des Stufengiebelschragen mit einer gemeinen Figur zu belegen.

Stufengiebelschragen (vier Stufengiebel schragenweise)

Ein Stufengiebelschragen kann auch in Form von vier schragenförmig zueinander angeordneten, abgestuften Stufengiebeln erscheinen, wobei die erste oder oberste Stufe jedes einzelnen Stufengiebels zu einer Schildecke gerichtet ist und die jeweils breitesten Stufen an den Ecken zusammenstoßen, so daß in der Mitte ein kantwürfelartiger Platz leer steht. In der Regel werden die einzelnen Stufengiebel mit eingezeichneten Ziegelsteinen oder Mauerwerk dargestellt. Diese Form des Stufengiebelschragens wird gewöhnlich zu den gemeinen Figuren gerechnet.

Siehe auch