Josef Pilnáček

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Josef Pilnáček (vor 1930)
Gedenkplakette im Haus von Josef Pilnáček in Montenegro

Josef Pilnáček (Schriftstellername: Pilnacek-Radostic; * 9. Februar 1883 in Černá Hora (dt.: Schwarzenberg); † 21. Februar 1952[Notiz 1] in Wien) war ein aus MährenW-Logo.png stammender k. k. Rittmeister, Historiker, Heraldiker und Genealoge. Er gilt als anerkannter Fachmann auf diesem Wissensgebiet.

Leben

Josef Pilnáček besuchte das Gymnasium in Brünn und erhielt eine Ausbildung an der Wirtschaftsschule in Přerov/PrerauW-Logo.png. Anschließend studierte er an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Wien.

„1902/3 entschloß er sich zur Offizierslaufbahn und wurde am 1.11.1905 k. u. k. Leutnant bei einem Trainregiment in Prag und Lemberg, ab 1909 in Preßburg. 1911 quittierte er den Militärdienst und lebte nach seiner Verheiratung als Privatier.“

Biographisches Lexikon der Heraldiker (1992)[1]

Danach verwaltete er den väterlichen Grundbesitz. Im Jahre 1912 trat er als Mitglied in die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft Adler in Wien ein. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Offizier diente[Notiz 2], lebte er mit seiner Ehefrau in Wien. Dort intensivierte er seine Studien zur Heraldik und Genealogie mährischer und schlesischer Geschlechter und deren Wohnsitze. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse führten zu zahlreichen Veröffentlichungen in tschechischer und deutscher Sprache. Dabei war ihm die wissenschaftliche Beratung durch die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft, die zudem über eine entsprechende Fachbibliothek verfügte, hilfreich.

Über seine Herkunft und Familie ist wenig bekannt. Er soll das jüngste von vier Kindern des gleichnamigen Privatiers Josef Pilnáček und seiner Ehefrau Josefa, einer geborenen Pribyl/Přibylová aus JestřebíW-Logo.png gewesen sein. Vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs soll er eine deutsche Bankierswitwe (Mary Mediansky ?) geheiratet haben, die aus Budapest stammte. Mit ihr soll er ausgedehnte Reisen unternommen haben.

Nach seinem Tod 1952 erschienen aus seinem Nachlass weitere Publikationen, die sein Ansehen als Fachmann der historischen Hilfswissenschaften der Genealogie und Heraldik mehrten. In seinem Testament vermachte er sein Vermögen, eine umfangreiche Fachbibliothek und den literarischen Nachlass mit dem Anspruch auf die Lizenzgebühren dem Landesarchiv in Brno/BrünnW-Logo.png.

Mitgliedschaften

Pilnáček war im Ehrenamt in verschiedenen Funktionen in kulturgeschichtlichen Vereinigungen und Institutionen etc. engagiert, darunter zum Beispiel:

  • Adler (Verein), Wien seit 24. April 1912 bis zum Tode
  • Herold (Verein), korrespondierendes Mitglied vom 3. November 1939 bis zum Tode
  • Museumsverein Brünn, von 1929 bis zum Tode

Werke (Auswahl)

  • Královéhradecké, chrudimské, pražské a jiné rodiny erbovní a měšťanské, 1919
  • Dějiny rodu Pilniaczků z Radostic a svobodnické rodiny Pilniaczků, 1920
  • Das ehemalige Familienarchiv von Boskowitz. In: Adler 1924: Seite 150–152, 155 f.; 1927: Seite 247–249
  • Paměti městyse Černé Hory, 1926
  • Rodokmen a vývod Tomas Garrigue Masaryka, 1927
  • Genealogie Podstatských z Prusinovic, 1928
  • Dějiny města Blanska a okolních hradů, 1927 (Denkmäler der Stadt Blansko und der umliegenden Burgen)
  • Novy hrad u Blanska, 1927
  • Stěžejní dílo je „Staromoravští rodové“, 1930
  • Die älteste Genealogie der Familie von Studnitz, Wien 1933
  • Familienchronik des Geschlechts von der Dressel mit einem Beitrag zur frühen europäischen Heraldik, Wien 1952
  • Genealogie der Familie Podstatzky von Prusinowitz, Podstatzky-Prusinowitz-Thonsern, auch Grafen (seit 1714) Podstatzky-Lichtenstein, Freiherrn von Prussinowitz, überarbeitete und ergänzte Ausgabe, 1936
  • Die älteste Genealogie der Grafen von Wilczek, 1936
  • Genealogie Lipovských z Lipovic, 1937
  • Genealogie der schlesischen uradeligen Familie der Donat von Gross-Polom, 1938
  • 250 let blanenskych zelezaren, 1949 (250 Jahre Eisenwerke von Blansko)
  • Familiengeschichte der Familie Pelka v. Borislawitz aus Schlesien, sowie anderer Pelka Familien im schlesisch-mährischen Raum, 1971
  • Staromoravští rodove, Kremsier 1926; 2. Auflage Wien 1927, Reprint Brno 1972
  • Neznámé rody a znaky staré Moravy, 1983
  • Rody starého Slezska (Die Geschlechter des alten Schlesiens), t. 1-5 (1991–1998, wyd. 1 niepelne 1969–1972), herausgegeben von der Heraldischen Sektion des Museums zur Förderung und Bearbeitung von Gold in Jilove u Prahy
  • Staromoravští rodové, 1996

Literatur

  • Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder, herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum (Institut)W-Logo.png von Ferdinand SeibtW-Logo.png, Hans LembergW-Logo.png, Helmut Slapnicka, Band III, R. Oldenbourg Verlag München 2000, Seite 220, mit weiteren Literaturhinweisen
  • Adler, Zeitschrift für Genealogie und Heraldik 3 (17), I (1953)

Einzelnachweise

  1. Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 413 (664 S.).

Notiz

  1. Im Biographischen Lexikon der Heraldiker von 1992 ist als Todesmonat nicht Februar, sondern Dezember angegeben.
  2. Im Biographischen Lexikon der Heraldiker von 1992 steht: „Während des 1. Weltkriegs war er in seiner tschechischen Heimat (..)“.

Weblinks

Commons: Josef Pilnáček – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Josef_Pilnácek“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 19. August 2017 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.