Manfred Furchert
Manfred Furchert | |
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Porträt von Manfred Furchert (© Urheber: Peter Dege; Zum Kleeblatt (Verein)) | |
| Geboren | 21. Oktober 1934 |
| Gestorben | 18. November 2025 |
| Sprach-/Kulturgebiet | Deutsch |
| Beruf | Kartograph, Vexillologe, Heraldiker |
| Ära/Epoche | 20./21. Jahrhundert |
| Ehepartner/-in | Angelika Lipp (1935-2018) Schatzmeisterein des Kleeblatt von 2011-2017 |
Familiewappen Furchert aus Chmielinko eingetragen in der NWR, Nr. 20-2149 Gestaltung: Gerd Hruška, 2025 | |
Manfred Furchert (vollständig Manfred Reinhold Furchert; * 21. Oktober 1934 in Berlin-Charlottenburg
; † 18. November 2025 in Sande) war deutscher Kartograph, Vexillologe und Heraldiker.
Leben
Manfred Furchert wurde am 21. Oktober 1934 in Berlin-Charlottenburg geboren. Seine direkten agnatischen Vorfahren stammen aus Chmielinko
(Steinberg, Kreis Neutomischel
, Provinz Posen
). Stand 2025 ist sein ältester bekannter Vorfahre Samuel Furchert (* 10. September 1795 in Chmielinko), der sich am 14. November 1821 in Chmielinko mit Dorothea Elisabeth Neumann (* 9. September 1799 in Chmielinko) vermählte.[1]
Manfred Furchert war in Bremen diplomierter Kartograph. Er heirate am 15. Oktober 1966 in Hatten
, Kreis Oldenburg
die Bankkauffrau Angelika Lipp (* 2. November 1935 in Toporów/Topper
, Kreis Crossen
; † 17. Juni 2018 in Bremen). Das Paar hatte zwei Kinder.[2]
Familienwappen
Das Familienwappen wurde neu angenommen und von Manfred Furchert entworfen. Seit 2006 wird es von der Familie geführt:
- „Schild: In Silber eine blaue gestürzte eingeschweifte Spitze, darin eine goldene gesichtete Sonne, vorn und hinten je ein grünes Lindenblatt.
- Oberwappen: Auf blau-silbern bewulstetem Helm mit blau-silbernen Decken wachsend ein rot bewehrter und gezungter silberner Bär.
Führungsberechtigt sind neben dem Wappenstifter seine Nachkommen, soweit und solange sie noch den Familiennamen Furchert, auch als Teil eines Doppelnamens, führen.“[1]
Heraldisches Wirken
Furchert engagierte sich als Mitglied in den heraldischen Vereinen „Herold“ (seit 1982) und „Zum Kleeblatt“ (seit 2007) und war seit 2011 auch Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Flaggenkunde
. Er hielt heraldische Vorträge und nahm 2009 beim Herold an einer Seminarwoche über Grundlagen der Heraldik und heraldische Gestaltungsgrundsätze teil („geprüfter Heraldiker des Herold“). Furchert entwarf niedersächsische Kommunal- beziehungsweise Gemeindewappen, übernahm Wappenbesserungen und zeichnete Wappenaufrisse, die durch eine klare heraldische Linieführung (französisch „Ligne claire“
) gekennzeichnet sind. So entwarf er beispielsweise Wappen für die Stadt Geestland
und die Gemeinde Wurster Nordseeküste
im Landkreis Cuxhaven sowie für die Samtgemeinde Leinebergland
im Landkreis Hildesheim.
- Wappen aus der Hand von Manfred Furchert
(Wappen Geestland
)
(Wappen Wurster Nordseeküste
)[3]
(Wappen Samtgemeinde Leinebergland
)
(Wappen Colnrade
)
(Wappen Großenkneten
)
(Wappen Landwürden
)
(altes Wappen Hude
)
(Wappen Wüsting
)
Anlässlich Furchert Ehrung als „Verdienter Genealoge“ im Jahre 2020 würdigt die Deutsche Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände
Furcherts heraldisches Œuvre mit folgenden Worten:
„Herr Furchert hat mit der Vorlage der »Oldenburgischen Wappenbücher« zunächst zwei grundlegende Bücher über die aktuelle Wappenlandschaft des Oldenburgischen Landes und die schwierigen historischen Zuordnungen der Wappen und Flaggen in der Region vorgelegt (..) Sein Lebenswerk ist das 2018 im Selbstverlag erschienene Buch, »Deutsche Landkreiswappen im Wandel der Geschichte - in Vergessenheit geratenen historischen Landkreiswappen und die aktuellen Nachfolgewappen« (..) Herr Manfred Furchert hat sich nicht nur um die Heraldik verdient gemacht, sondern hat mit seinen Werken auch Genealogen ein Handwerkszeug an die Hand gegeben, genealogische Sachverhalte im Norddeutschem Raum sachlich und zeitlich zu strukturieren, sodass Genealogen die territorialen und herrschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit für ihre Forschungen einordnen und verwenden können.“
Schriften
- Manfred Furchert: Oldenburgisches Wappenbuch. Bd 1., Die Wappen der Landkreise, Städte und Gemeinden des Oldenburger Landes. Hrsg.: Veröffentlichung der Oldenburgischen Landschaft
. Band 7. Oldenburg 2003, ISBN 3-89995-050-X (142 S.). - Manfred Furchert: Die Wappen bremischer Städte und Ortsteile. In: Das Kleeblatt – Zeitschrift für Heraldik und verwandte Wissenschaften, 3/2012. S. 38-42
- Manfred Furchert: Die bremischen Flaggen. In: Das Kleeblatt – Zeitschrift für Heraldik und verwandte Wissenschaften, 3/2012. S. 43-45
- Manfred Furchert: Wappen, Flaggen und Siegel der Freien Hansestadt Bremen: Bremen und seine Hoheitszeichen. In: Das Kleeblatt – Zeitschrift für Heraldik und verwandte Wissenschaften, 1/2013. S. 58-69
- Manfred Furchert; Jörgen Welp: Oldenburgisches Wappenbuch. Bd. 2., Historische Wappen und Flaggen des Oldenburger Landes von der Grafenzeit bis zum Freistaat. Hrsg.: Veröffentlichung der Oldenburgischen Landschaft
. Band 15. Oldenburg 2013, ISBN 978-3-89995-991-8 (108 S.). - Manfred Furchert: Untergegangene niedersächsische Landkreiswappen. In: Der Herold – Vierteljahresschrift für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften – Neue Folge. S. 165-185.
- Manfred Furchert: Deutsche Landkreiswappen im Wandel der Geschichte. Norderstedt 2018, ISBN 3-7460-5471-0 (556 S., Books on Demand).
Vorträge
Furchert hielt bei der Veranstaltung „Heraldik pur – Tag der Wappenkunde“ des heraldischen Vereins Kleeblatt folgende Vorträge:
- 2008: Das Zeichnen von Wappen - was man im Schilde führt und wie es dahinkommt
- 2009: Wappen zur Geschichte des Oldenburger Landes
- 2010: Untergegangene niedersächsische Landkreiswappen
Ehrungen
- 2020: Ehrenurkunde der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände
(DAGV) mit dem Titel „Verdienter Heraldiker“[2] - 2020: Vereinsnadel des Kleeblatt in Gold[4]
- 2021: Verleihung des Niedersächsischen Verdienstordens
(Verdienstkreuz am Bande)[5]
Weblinks
Literatur
- Alexander Hoffmann: Furchert, Manfred: Deutsche Landkreiswappen im Wandel der Geschichte (Buchbesprechung) In: Herold-Jahrbuch. Neue Folge. 25. Band. Berlin, 2020.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Wappen Fuchert, aus Chmielinko (Steinberg), Kreis Neutomischel, Provinz Posen. Eingetragen am 1. Oktober 2020 unter der Reg.-Nr. 20-2149. In: Niedersächsische Wappenrolle (NWR). Gesamtausgabe Band 2.
2013-2020. Hrsg.: Heraldischer Verein „Zum Kleeblatt“ von 1888 zu Hannover e. V. (bearbeitet von Volkmar Tönnies). Hannover, 2023. S. 354-355 - ↑ 2,0 2,1 2,2 Die Verdienten Genealogen 2020. In: DAGV-News. Mitteilungen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände e. V. (9. Jahrgang), Nr. 03-04. Laatzen 2020, Manfred Furchert, S. 6.
- ↑ Gemeinde Wurster Nordseeküste. In: ortswappen.de. Abgerufen am 30. November 2025: „Das Wappen wurde von Herrn Manfred Furchert (Bremen) gestaltet.“
- ↑ Dieter Müller-Bruns: Ämter und Ehrungen 1888 bis 2020. Liste der Ehrenvorsitzenden, Vereinsämter, Ehrenmitglieder und Ehrungen. Hrsg.: Heraldischer Verein „Zum Kleeblatt“. 2020 (
PDF- 253 KB [abgerufen am 29. November 2025]).
- ↑ Niedersächsische Staatskanzlei: Verleihung des Niedersächsischen Verdienstordens. Bek. d. Stk v. 16.3.2022 – 203 – 11212/3 –
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Furchert, Manfred |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kartograph, Vexillologe und Heraldiker |
| GEBURTSDATUM | 21. Oktober 1934 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 18. November 2025 |
| STERBEORT | Sande |