Joachim von Roy

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Joachim von Roy

Familienwappen von Roy
Coat of arms family de von Roy 01.png

eingetragen in der DWR, Nr. 5856/60;
Gestaltung: Gerd Hruška, ca. 2023
Geboren(1934-11-05)5. November 1934
Marienburg
Gestorben(2024-01-30)30. Januar 2024
(Alter: 89 Jahre und 86 Tage)
StaatsangehörigkeitDeutsch
BerufDiplom-Finanzwirt,
Genealoge,
Heraldiker
Ära/Epoche20./21 Jahrhundert
Ehepartner/-inEva Beate Juliane
(Freiin) von Schlichting
de Bukowiec
Elternteil(e)Male Icon.svg Horst August
Heinrich von Roy
Female Icon.svg Gertrud Helene Stahr

Joachim von Roy (vollständig: Johann Joachim (Hans-Joachim) Artur Hermann von‏ Roy;[1] * 5. November 1934 in Marienburg; † 30. Januar 2024) war deutscher Diplom-Finanzwirt, Oberamtsrat im Bundesministerium für Wirtschaft, Fähnrich der Reserve, Genealoge und Heraldiker.

Leben

Joachim von Roy kam am 5. November 1934 in Marienburg als Sohn des Bezirkszollkommissars im Grenzschutz Horst August Heinrich von Roy (1903-1944) und seiner Ehefrau Gertrud Helene, geborene Stahr (1911-) in Marienburg zur Welt. Väterlicherseits stammte es aus der Stammline B (= Alt Schottland), 1 Linie, 2 Ast, 1 Zweig (= Groß Steinort) derer von Roy ab. Im November 1956 bestand er sein Zollinspektorexamen, war Diplom-Finanzwirt und Beamter in Lüneburg und Düsseldorf beziehungsweise Oberamtsrat im Bundesministerium für Wirtschaft.[1][2]

Am 26. Oktober 1964 (standesamtlich, in Asperden, Kreis Kleve) beziehungsweise am 14. Mai 1965 (kirchlich, Nierswalde bei Kleve) heiratete er Eva Beate Juliane (Freiin) von von SchlichtingW-Logo.png de Bukowiec (1943-).[1][3] Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor:

  • Douglas Heinrich Daniel von Roy (* 7. März 1966 in Düsseldorf)[1]
  • Katharina Vera Beate von Roy (* 5. März 1969 in Düsseldorf; Zwilling)[1]
  • Edward Konstantin George Jakob Peter von Roy (* 5. März 1969 in Düsseldorf; Zwilling)[1]

Auszeichnung

Joachim von Roy war Ehrenritter des Johanniterordens.

Familienwappen

Wappen der Familie von Roy, Linie Schidlitz-Elbing und Braunsberg aus Coulemer, Départment Orne/Normandie: „Neu angenommen am 18. Oktober 1861 unter Ablegung des bis dahin geführten polnischen Stammwappens trzy Kłosy (drei Ähren) an die damals geadelte Linie Quadendorf durch Daniel von Roy (1800-1876), Kaufmann in Elbing, Ururenkel des (..) Peter von Roy (1640-1698) und Ururgroßvater des (..) Hans-Joachim Arthur Hermann von Roy, Beamten in Lüneburg und Düsseldorf.“[4]

Blasonierung:
„In geviertem Schilde in 1 und 4 in Rot drei silberne fünfzackige Sterne balkenweise, in 2 und 3 in Blau zwei verschränkte goldene Sparren, der eine aufgerichtet, der andere gestürzt. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken drei rote Straußenfedern, je belegt mit einem Stern wie im Schilde.“
– Eingetragen am 18. Januar 1961 in der DWR, Nr. 5856/60[4]

Der Zweig Groß Steinort der Familie von Roy führte ab 1964 auch folgendes Allianzwappen als das ihre:

Blasonierung:
„Geviert; in 1 und 4 in Rot drei balkenweise gestellte fünfstrahlige silberne Sterne, 2 und 3 in Blau zwei verschränkte goldene Sparren, einer aufgerichtet, der andere gestürzt, der Schild belegt mit silbernen Herzschild, darin zwei pfahlweise gestellte nach außen gekehrte schwarze Geweihstangen, darüber eine weitere balkenweise gestellte nach außen gekehrte schwarze Geweihstange (Wappen von Schlichting). Zwei gekrönte Helme: auf dem rechten mit rot-silbernen Decken drei rote Straußenfedern, jede mit einem fünftrahligen silbernen Stern belegt (Helm von Roy), auf dem linken mit schwarz silbernen Decken zwei schwarze Geweihstangen (alter Helm von Schlichting).“[1]

Werk

Als genealogischer Experte und Kenner der deutschen Heraldik verfasste er im 20./21. Jahrhundert in etlichen genealogisch-heraldischen Internetforen zahllose Beiträge, die in überwiegender Zahl Erkennisse zur Genealogie (insbesondere zur Adelsforschung) und die Grundsätze einer traditionellen Heraldik in hervorragender und unnachahmlicher Weise erklärten und vermittelten. Beispielsweise war er vom 9. August 2005 bis 30. November 2023 aktives Mitglied im Internet-Forum Heraldik im Netz, wo er insgesamt 5020 Beiträge schrieb.[5] Von Roy arbeitete jahrelang mit dem Deutschen Adelsarchiv in Marburg zusammen, für welches er unter anderem Zeichnungen anfertigte. Er betätigte sich als Autor und widmete sich in etlichen Beiträgen insbesondere der Genealogie schlesisch-preussicher Geschlechter.

Schriften

Wappengestaltung/-entwurf nach Joachim von Roy (Wappen derer von Morstein; 14. Jhr. )[6]
  • Zur Herkunft der schlesischen Familie von SchlichtingW-Logo.png. In: Ostdeutsche Familienkunde. Zeitschrift für Familiengeschichtsforschung. 20, Hrsg. Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher FamilienforscherW-Logo.png, Herne 1972, S. 132–138.
  • Die Burg im Riet – Rietschütz, Stammsitz der Freiherren v. Schlichting. In: Heimatgeschichtliche Blätter für den Kreis Züllichau-Schwiebus. Nr. 8, Dassendorf 1975.
  • Joachim von Roy über sein altes Adelsgeschlecht aus den habsburgischen Niederlanden, seit dem 16. Jahrhundert in Elbing und Danzig ansässig (mit Ahnen zurück bis auf Gudrun!). In: Deutsches Familienarchiv. Bd. 62. Degener & Co, Neustadt an der Aisch, 1976.
  • Von Schlichting de Bukowiec. In: Deutsches Familienarchiv. Bd. 67. Degener & Co, Neustadt an der Aisch, 1977. S. 151–172.
  • Das schlesisch-preussische Geschlecht von Roy(en). 1983. (49 Seiten)
  • Zur Genealogie der einheimischen Herren von Rügen (de Ruya). In: Deutsches Familienarchiv, Bd. 86. Sonderdruck. Degener & Co, Neustadt an der Aisch, 1985.
  • Die Besitzer des Ritterguts QuadendorfW-Logo.png bei Danzig – Ein Beitrag zum westpreußischen Lehnswesen, in: Ostdeutsche Familienkunde, Bd. XI, 35. Jg., Heft 1, Neustadt a.d. Aisch 1987, S. 146–149.
  • The German noble Von Roy family in Indianapolis. 1989. (englisch)
  • Danzige Hausmarken 1435-1656. In: Ostdeutsche Familienkunde. Bd. 12. Jahrg. 37, Heft 1. (Jan./März 1989) S. 1-11.
  • Ursprung, Adelsstand und Wappen der westpreußischen Herren von Roy. In: Deutsches Familienarchiv. Bd. 105. Degener & Co, Neustadt an der Aisch, 1993. ISBN: 3-7686-5098-7.
  • Beiträge zur Genealogie der westpreußischen Herren von Roy. Swisttal-Buschhoven, Dietkirchenstraße 35. Bonn und Luneburg, 1998/1999. (94 Seiten)
  • Berichtigungen zur Genealogie der schlesischen Herren von Schlichting. In: Genealogie 49. Hrsg. Deutsche Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände e. V., Degener & Co, Insingen 2000, S. 144–150.
  • Burg Zantir an der Weichsel und die Herren v. ZanthierW-Logo.png in Anhalt. In: Genealogie. Nr. 52, Deutsche Zeitschrift für Familienkunde, Verlag Degener & Co, Neustadt (Aisch) 2003, S. 551–558.

Kritik

Außer Frage steht, dass Joachim von Roy vielen Besuchern von Onlineforen unentgeltich und unermüdlich bei der Ahnenforschung half oder sie bei der Stiftung eines Wappen inspirierte und beriet. Parallel zu seine weitreichenden Akzeptanz als Genealogie-/Heraldikkenner wurde er in der Wikipedia, in der er als AnonymusW-Logo.png mit welchselnden IP-Adressen oder unter dem Kürzel „J.R.“ mitarbeitete, zuweilen aufgrund seines Mangels an akademischer Sorgfalt bei Quellenangaben in Frage gestellt. Beispielsweise verfasste er dort ohne Quellenangaben unzählige heraldische Beiträge, die mit wenigen Änderungen die Inhalte von Gert Oswalds Werk oder die Beiträge des Heraldik-Wikis wiedergaben. Gegen den Vorwurf der mangelnde akademischen Sorgfalt wurde in Wikipedia-Diskussionen von anonymen IP-Adressen, unter dem Kürzel „J.R.“ oder von Dritten eingewendet, dass die Textübernahmen aus fremden Quellen so „knapp“ oder „komprimiert“ seien, dass sie keine Schöpfungshöhe aufweisen bzw. keine urheberrechtlich relevanten Übernahmen seien – was in Anbetracht der abundanten Nachlässigkeiten aus streng wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar ist.

Literatur

  • Roy-Quadendorf, Curt?: Familie des Peter von Roy, gestorben in Neugarten bei Danzig am 6.12.1698, Oppeln, F. Weilshäuser, 1918.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Deutsches Familienarchiv
    • Band 62, 1976, Verlag Degner & Co., Inhaber Gerhard Geßner, Neustadt an der Aisch, "von Roy" Seite 49-85. Einsender: Joachim von Roy.
    • Band 105, 1993, Verlag Degner & Co., Inhaber Manfred Dreiss, Neustadt an der Aisch, Ursprung Adelsstand und Wappen der westpreußischen Herren von Roy. Seite 33-63. Autor: Joachim von Roy.
  2. Prüfungen. In: Organ der Landsmannschaft Ostpreußen e. V. (Hrsg.): Das OstpreußenblattW-Logo.png. Jahrgang 7, Folge 46. Hamburg 17. November 1956, S. 17 (Pdf icon.png PDF- 9,55 MB [abgerufen am 16. März 2024]): „Hans-Joachim von Roy, Sohn des gefallenen Bezirks-Zollkommissars (G) Horst von Roy, jetzt in Lüneburg, Wilschenbrucher Weg 49, bestand in Herrsching (Ammersee), sein Zollinspektorexamen.
  3. Vermählungsanzeige. In: Organ der Landsmannschaft Ostpreußen e. V. (Hrsg.): Das OstpreußenblattW-Logo.png. Jahrgang 16, Folge 22. Hamburg 29. Mai 1965, S. 18 (Pdf icon.png PDF- 11,51 MB [abgerufen am 16. März 2024]): „Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Hans-Joachim von Roy – Beate von Roy, geb. von Schlichting
  4. 4,0 4,1 Deutsche Wappenrolle bürgerlicher Geschlechter. Band 16. 1965/66. S. 55. ISBN 3-7686-8018-5.
  5. Profil von Joachim v. Roy. In: heraldik-wappen.de. Abgerufen am 16. März 2024.
  6. Eintrag: Genealogisches Handbuch des Adels, herausgegeben vom Deutschen Adelsarchiv, Band 121 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag in Limburg a. d. Lahn 2000, S. 215. Greve-Registriernummer: 121/2000/215