Konrad Tyroff

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um 1800-1826: Konrad Tyroff
2018: Wappen Tyroff
(mit Helmkrone, die bei einem bürgerlichen Wappen eigentlich fehl am Platz ist; nach einer Zeichnung von Gerd Hruška)

Konrad Tyroff (auch Conrad Tyroff; * 30. Januar 1771 in Nürnberg; † 30. Mai 1825 ebenda[1], nach anderen 1826 verstorben[2]) war ein Kupferstecher, Verleger und Heraldiker.

Leben und Familie

Tyroff war Angehöriger einer in Nürnberg wirkenden Familie von Kupferstechern. Sein Vater war Hermann Jakob Tyroff (1742–1798). Sein Großvater Martin Tyroff (1705–1758) war durch Heirat in den Besitz der Weigel'schen KunsthandlungW-Logo.png, der späteren Tyroff'schen Kunstverlagshandlung über die Konrad unter anderem Wappenbücher herausgab. Er war mit Margarethe Tyroff (1774–1836) vermählt; der Sohn des Paares, Johann Andreas Tyroff, kam 1801 zu Welt.

Bis zu seinem Freitod[1] war Konrad Direktor des Wappenbüros und königlich bayerischerW-Logo.png Hofagent. Bei seinen Arbeiten erhielt er maßgebliche Unterstützung von seinem Bruder, der gemeinhin mit dem um 1799 in Nürnberg wirkenden Ludwig Christof Tyroff (* 1774) gleichgesetzt wird.

Familienwappen

Im Jahrbuch des Vereins Adler wird 1875 das Tyroff-Wappen nach einer Siegeldarstellung (ohne Farbangaben) beschrieben; es erscheint mit Helmkrone, die gewöhnlich vom Adel in Anspruch genommmen wurde und bei bürgerlichen Familien wie den Tyroffs eigentlich fehl am Platz ist, „sofern sie nicht ausnahmsweise in einem Wappenbrief verliehen wurde“.[3] Ein kaiserlicher Wappenbrief, der die Helmkrone im Wappen Tyroff bestätigen könnte, ist im Österreichischen Archvinformationssystem allerdings nicht erfaßt (Stand 2018). [4]

Blasonierung:
„Getheilter Schild: oben ein aufwachsender bekleideter Arm, der ein Hifthorn hält; unten auf dem Boden ein geflügeltes Pferd. Der gekrönte Helm trägt den Arm mit dem Horn.“[5]

Werke

Viele der Werke, die die Familie Tyroff herausbrachte, stehen online im urheberrechtsfreien Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek München oder bei Google Books zur Ansicht zur Verfügung.

Neues adeliges Wappenwerk

Tyroff, Konrad/Tyroff, J. A.: Neues adeliges Wappenwerk. Neues adeliches Wappenwerk. Diverse Bände. Verlag des Conrad Tyroffischen Wappen- auch Kunst und Kommissions-Bureau, Nürnberg (1792-1850).
Band Jahr Digitalisat/Volltext
1 Band
1 Teil
1792 Neues adeliches Wappenwerk. Ersten Bandes erster Theil
Im Verlag des Conrad Tyroffischen Wappencomtoirs
1 Band
2 Teil
1795 Des neuen adelichen Wappenwerkes ersten Bandes zweiter Teil.
Im Verlag des Conrad Tyroffischen Wappencomtoirs
1 Band 1798 Neues adeliches Wappenwerk erster Band
Im Verlag des Conrad Tyroffischen Wappencomtoirs
2 Band
1 Teil
1802
1809
Neues Adeliches Wappenwerk Zweiten Bandes erster Teil
3 Band
1 Teil
1816 Neues adeliches Wappenwerk dritten Bandes erster Theil
Im Verlag des Konrad Tyroffischen Wappen-, Kunst- u. Komissions-Bureau
3 Band
2 Teil
1829 Neues adeliches Wappenwerk dritten Bandes zweiter Theil
In der Tyroffischen Kunstverlagshandlung
6 Band
1-3 Teil
1848-1850 Neues adeliches Wappenwerk sechster Band

Wappenbuch des gesammten Adels des Königreichs Baiern

Bis zu seinem Tod erschienen neun Bände des „Wappenbuchs des gesammten Adels des Königreichs Baiern“. Nach dem zehnten Band, der posthum erschien, wurde die Reihe von seinem Sohn Johann Andreas Tyroff bis 1872 fortgesetzt.

Beispiel einer Tyroff-Wappengrafik (Wappen Theodor von Kretschmann)

„Eine mit Correspondenz mit dem Kunsthändler und HofAgenten Tyroff zu Nürnberg betitelte Mappe enthält einige zwischen 1819 und 1826 erschienene Briefe sowie eine gedruckte vierseitige Ankündigung, welche das Anliegen des Wappenbuchs erklärt und zugleich die verschiedenen Bezugswege mit den entsprechenden Preisen erläutert. Im freien Verkauf zum ordinairen Preis kostete eine Lieferung 3 Gulden 30 Kreuzer, ein Band insgesamt 14 Gulden (1 Gulden = 60 Kreuzer). Günstiger war der Abonnementpreis von 2 Gulden 45 Kreuzer für die einzelne Lieferung, der Band kostete in diesem Fall nur elf Gulden. Auf zwei Seiten werden die bisherigen Abonnenten – fast ausschließlich adelige Personen – genannt, handschriftlich ergänzt sind auf dieser Liste etwa die Königin von Bayern, das österreichische Kaiserpaar und der König von Preußen. Am 30. Juli 1819 schreibt Konrad Tyroff an den seit 1817 regierenden Fürsten Heinrich XIX. Reuß Älterer Linie. Er sendet den ersten Band des Wappenbuches für die geschichtliche Abtheilung Höchstdero Bibliotek, stellt die Vorzüge des Werkes heraus und fragt nach dem Interesse am Bezug weiterer Bände. Ende August erhält er Antwort. Man bittet darum, die folgenden Bände an den Bibliothekar, Obercammerrath Zopf, zu übersenden. Bis 1823 korrespondiert Konrad Tyroff jährlich mit Oberkammerrat Zopf, die späteren Briefe sind an den Fürsten adressiert. Er schickt Begleitschreiben zu den jeweiligen Lieferungen und fragt wiederholt nach dem Eingang der jährlichen Sendungen. Interessant ist, dass man für den Bezug des Werkes nicht den preisgünstigeren Weg des Abonnements wählte, sondern den jährlich erscheinenden Band mit einem Unterschied von drei Gulden im freien Verkauf bezog.“

Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz (2016)[6]

Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten im Jahre 2010 an einem Gesamtnamenregister zu den Bayerischen Tyroff-Bänden stellte Freiherr von Recum fest, dass die verschiedenen Bibliotheken jeweils verschiedene Inhalte für die selbe Bandbezeichnung haben (die Bände 1-18 sind identisch, die Bände 19-28 sind nicht identisch, manchmal vertauscht, manchmal ganz anders). Tyroff ging demnach beim Aufbinden der bei ihm liegenden, fertig gedruckten Bögen nicht immer gleich vor, sondern versah diese beispielsweise nach eigenem Ermessen mit einem Titelblatt. Eine Broschierung erfolgte nicht unter dem Gesichtspunkt, der Heraldik dienlich zu sein, sondern vermutlich nach kommerziellen Interessen.

„Beim Zitieren eines Wappens ist zu beachten, daß der gleiche Band in verschiedenen Bibliotheken ganz unterschiedliche Inhalte haben kann, es muß also die Quelle mitzitiert werden.“

Freiherr von Recum (2018)[7]
Tyroff, Konrad/Tyroff, I. A.: Wappenbuch des gesammten Adels des Königreichs Baiern: Aus der Adelsmatrikel gezogen. 27 Bände. Verlag des Wappenkunst und Kommissions-Bureaus, Nürnberg (1818-1872).
Band Jahr Digitalisat/Volltext
1 1818
2 1819
1+2 1818-1819
3 1820
4 1821
3+4 1820-1821
5 1822
6 1823
5+6 1822-1823
7 1824
8 1825
7+8 1824-1825
9 1826
10 1831
9+10 1826-1831
11 1838
12 1842
11+12 1838-1842
13 1842 mit Generalregister für die Bände 1-13
14 1844, 1846
15 1846
14+15 1844-1852
16 1850
17 1852
16+17 1850-1852
18 1855
19 1856
20 1858
21 1860
22 1861
23 1866
24 1866
25 1868
26 1870
27 1872

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 546 (664 S.).
  2. Georg Kaspar NaglerW-Logo.png: Neues allgemeines Künstler-Lexikon. Torre, G. – Veiss, R. Band 19. Verlag E. A. Fleischmann, München 1849. S. 178 ff. UB Weimar, Google
  3. Herold, Verein für Heraldik (Hrsg.): Wappen. Handbuch der Heraldik. Als „Wappenfibel“ begründet von Adolf Matthias Hildebrandt, zuletzt weitergeführt von Jürgen Arndt, bearbeitet von Ludwig Biewer und Eckart Henning. Aktualisierte und neugestaltete Auflage. 20. Auflage. Böhlau Verlag GmbH & Cie., Köln, Weimar, Wien 2017, ISBN 978-3-412-50372-7, S. 137 (deutsch: Wappenfibel.).
  4. Vgl.: Österreichisches Staatsarchiv, Nottendorfer Gasse 2, Wien. Datum der letzten Überprüfung: 08. Februar 2018
  5. Jahrbuch des Heraldisch-Genealogischen Vereines „Adler“. 2. Jahrgang. Braumüller, Wien. 1875. S. 121 f.
  6. Buch des Monats Februar 2016. Satiricum. Sommerpalais Greiz. Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz, 2016, abgerufen am 24. Juli 2021.
  7. Franz-Dietrich Freiherr von Recum: Tyroff Bayern. E-Mail an Andreas Janka. 30. Januar 2018.

Weblinks

 Commons: Konrad Tyroff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Heraldik: Quellen, Literatur und Links. Wappenbücher online: neuzeitliche Wappenbücher